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Angstnetz Forum 07. Februar 2012, 00:09:37 *
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Autor Thema: Angst vor Herzanfall  (Gelesen 1072 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Dunklertoter
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 3


« am: 13. August 2010, 13:26:00 »

Hallo
Ich habe seit ungefähr 3 Monaten totale Angst davor einen Herzanfall oder Herzinfarkt zu erleiden.
Ich habe den ganzen Tag das gefühl als würde jeden moment etwas passieren. Ich hatte mittlerweile 5 Ekg´s darunter auch ein 24std. EKG und ein Belastungsekg. Auch bei einem KArdiologen war ich und bei allen kam überhaupt nichts raus. Nach diesen Besuchen war ich immer ein paar Stunden beruhigt bis es wieder anfing. Ich traue mich nicht mehr raus aus Angst es könnte etwas passieren. Jetzt die Tage hatte ich eine echt heftige Erkältung und jetzt ist es viel schlimmer als vorher! Meine Frage ist, ob etwas mit meinen Herz passieren kann, obwohl nichts festgestellt werden kann. Ich bitte um schnelle Antworten so langsam weiß ich nicht mehr was ich noch tun soll.
Lg
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Anndra
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« Antworten #1 am: 15. August 2010, 01:04:37 »

Hallo,
ich hab das seit über 20 Jahren...ich lebe immernoch...und habe noch immer panische Angst...

Mehr als das, was Du getan hast kannst Du nicht machen um die Gefahr zu minimieren...
passieren kann immer was...aber nicht mehr oder weniger als jedem anderen Menschen auch!
...darüber musst Du Dir klar sein

...mein Herz ist gesund und völlig normal...ich kanns nur nicht akzeptieren...

Liebe Grüße
Anndra

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Irmindrion
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Beiträge: 1


« Antworten #2 am: 15. August 2010, 09:39:24 »

Hallo Dunkler!
Ich habe seit Anfang März genau das gleich Problem - die Angst vor einem Herzinfarkt ist mein ständiger Begleiter. Da helfen auch solche Worte wie: "Ich habe das seit 20 Jahren und lebe immer noch" leider überhaupt nicht weiter.
Ich bin jetzt zu einem Psychotherapeuten gegangen, denn so wie es in Wikipedia steht ("Cardiophobie") ist das wohl eine nicht gerade seltene Angst und vor allem unter 30- bis 40-jährigen weit verbreitet.
ANfangs war es bei mir noch so, dass ich Angst hatte, ich würde meine Frau nicht mehr wiedersehen, wenn sie morgens aus dem Haus gegangen ist, mittlerweile habe ich Angst vorm Schlafen, weil die Angst hauptsächlich nachts auftritt. Und Juchuu! - jetzt habe ich gerade das erste Mal geschrieben, dass ich Angst vor der Angst habe.
Also - auf jeden Fall solltest Du zu einem Psychotherapeuten gehen, denn das ist eine Kopfsache und muss auch entsprechend behandelt werden.

Herzliche (hahaha, Galgenhumor) Grüße,

Irmindrion


PS: Mich würde interessieren, wie alt Du bist. Ich bin 36.
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JEM
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« Antworten #3 am: 15. August 2010, 14:12:08 »

Hallo Irmindrion,
erst einmal herzlich ;-) willkommen hier im Forum!
Doch solche Worte helfen, denn die Betroffenen wissen dann, dass sie nicht alleine sind, dass es andere gibt, die auch so fühlen. Das ist eine der Aufgaben dieses Forums.
Das Forum kann aber keine ärztliche Hilfe ersetzen, das ist auch klar!

Hallo Dunklertoter,
auch Du herzlich willkommen hier im Forum!
Auch ich kann Dir nur raten psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen, alleine wirst Du diese Angstschleifen kaum durchbrechen können.

Ich wünsche Euch beiden Gutes! (und natürlich auch Dir Anndra!)
Liebe Grüße
Jürgen
 
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Dunklertoter
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« Antworten #4 am: 15. August 2010, 15:03:44 »

Heyho, danke für die Antworten!
Ich bin seit Juli 17. Und es hat bei mir anfang Mai angefangen, hatte es schon einigermaßen im Griff, aber durch die Erkältung ist alles wieder hockgekommen und schlimmer geworden.
LG
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Anndra
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« Antworten #5 am: 15. August 2010, 18:13:22 »

Hallo,

-danke, für die guten Wünsche JEM-

ich halte es für sehr wichtig, dass *man* weiß, dass es Menschen gibt, die mit ähnlichen Symptomen und Diagnosen leben...und zwar schon für lange Zeit und weiter physich-gesund sind.

Das bedeutet nämlich, wenns auch manchmal arg schlimm und unerträglich ist...*man* stirbt eben doch nicht so schnell daran, wie *man* sichs immer vorstellt...
sich selbst etwas vorzumachen hilft gar nichts....

Mir hat es geholfen, mich darüber zu informieren woher Angst kommt und welche chemischen Vorgänge in meinem Körper ablaufen...
Die "Amygdala" ist das zentrale "Angstorgan" im Gehirn...musste mal googeln...ist sehr interessant und erklärt so einiges...

Liebe Grüße euch allen
Anndra
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« Antworten #6 am: 15. August 2010, 19:19:25 »

Hallo Anndra,
jedes Leben ist einzigartig - und jedes Leben ist schwierig. Wir beneiden andere um ihr vermeintlich schönes Leben, ohne zu wissen, wie es in Wirklichkeit ist.
Henri Poincaré hat es so formuliert: Alles zu bezweifeln oder alles zu glauben, das sind zwei gleichermaßen bequeme Lösungen, denn beide entheben uns des Nachdenkens.
Deswegen halte ich es auch für wichtig, das man hier lesen kann, dass es auch "unperfekte" Menschen gibt, die auch ihre Probleme haben, die sich austauschen möchten, um damit besser leben zu können.
Die Amygdala ist ein Teil des limbisches Systems, es ist für Gefühle und Überlebensreaktionen zuständig, es ist bei allen Säugetieren vorhanden. Ganz zuunterst befindet sich darin die Amygdala (Mandelkern), von ihr gehen alle Angstreaktionen aus.
Dieses emotionale Gehirn ist ein Gehirn im Gehirn. Es verfügt über eine andere Struktur, eine andere Zellenanordnung, es unterscheidet sich völlig vom Großhirn (Neokortex). Es funktioniert auch meist völlig unabhängig vom Neokortex, Sprache, Wahrnehmung und Erkennung haben nur begrenzten Einfluss darauf: Man kann einem Gefühl nicht befehlen, stärker zu werden oder zu verschwinden, so wie man seinem Verstand (Neokortex) befehlen kann, zu sprechen oder still zu sein.
Das emotionale Gehirn kontrolliert seinerseits alles, was das psychische Wohlbefinden regelt, sowie einen Großteil der Körperphysiologie: die Herzfunktion, den Blutdruck, die Hormone, das Verdauungs- und sogar das Immunsystem.
Probleme, die das Gefühlsleben betreffen, sind die Folge von Funktionsstörungen des emotionalen Gehirns, von denen viele ihren Ursprung in schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit haben. Sie beziehen sich in keiner Weise auf die Gegenwart, haben sich jedoch im emotionalen Gehirn unauslöschlich eingeprägt.
Ein Psychiater, Psychotherapeut hat die Hauptaufgabe das emotionale Gehirn auf eine Weise "umzuprogrammieren", dass es sich an die Gegenwart anpasst, anstatt auf Situationen der Vergangenheit zu reagieren. Zu diesem Zweck ist es oft wirksamer, Methoden anzuwenden, die über den Körper gehen und das emotionale Gehirn unmittelbar beeinflussen, als sich auf die Sprache und die Vernunft zu verlassen, für die es kaum empfänglich ist.
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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