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JEM
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« Antworten #6 am: 15. August 2010, 19:19:25 » |
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Hallo Anndra, jedes Leben ist einzigartig - und jedes Leben ist schwierig. Wir beneiden andere um ihr vermeintlich schönes Leben, ohne zu wissen, wie es in Wirklichkeit ist. Henri Poincaré hat es so formuliert: Alles zu bezweifeln oder alles zu glauben, das sind zwei gleichermaßen bequeme Lösungen, denn beide entheben uns des Nachdenkens. Deswegen halte ich es auch für wichtig, das man hier lesen kann, dass es auch "unperfekte" Menschen gibt, die auch ihre Probleme haben, die sich austauschen möchten, um damit besser leben zu können. Die Amygdala ist ein Teil des limbisches Systems, es ist für Gefühle und Überlebensreaktionen zuständig, es ist bei allen Säugetieren vorhanden. Ganz zuunterst befindet sich darin die Amygdala (Mandelkern), von ihr gehen alle Angstreaktionen aus. Dieses emotionale Gehirn ist ein Gehirn im Gehirn. Es verfügt über eine andere Struktur, eine andere Zellenanordnung, es unterscheidet sich völlig vom Großhirn (Neokortex). Es funktioniert auch meist völlig unabhängig vom Neokortex, Sprache, Wahrnehmung und Erkennung haben nur begrenzten Einfluss darauf: Man kann einem Gefühl nicht befehlen, stärker zu werden oder zu verschwinden, so wie man seinem Verstand (Neokortex) befehlen kann, zu sprechen oder still zu sein. Das emotionale Gehirn kontrolliert seinerseits alles, was das psychische Wohlbefinden regelt, sowie einen Großteil der Körperphysiologie: die Herzfunktion, den Blutdruck, die Hormone, das Verdauungs- und sogar das Immunsystem. Probleme, die das Gefühlsleben betreffen, sind die Folge von Funktionsstörungen des emotionalen Gehirns, von denen viele ihren Ursprung in schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit haben. Sie beziehen sich in keiner Weise auf die Gegenwart, haben sich jedoch im emotionalen Gehirn unauslöschlich eingeprägt. Ein Psychiater, Psychotherapeut hat die Hauptaufgabe das emotionale Gehirn auf eine Weise "umzuprogrammieren", dass es sich an die Gegenwart anpasst, anstatt auf Situationen der Vergangenheit zu reagieren. Zu diesem Zweck ist es oft wirksamer, Methoden anzuwenden, die über den Körper gehen und das emotionale Gehirn unmittelbar beeinflussen, als sich auf die Sprache und die Vernunft zu verlassen, für die es kaum empfänglich ist. Ich wünsche Dir Gutes! Liebe Grüße Jürgen
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