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Autor Thema: seit Tagen Atemnot - seit Jahren Angststörung  (Gelesen 1254 mal)
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Luci
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« am: 29. August 2010, 20:56:58 »

Hallo ihr lieben,

war eine Weile nicht hier, da es mir ehrlich gesagt wirklich gut geht. Vor rund 8 Jahren wurde die Angststörung diagnostiziert, seit ca. 3 Jahren gehts mir gut und Panikattacken kommen selten. Und das enscheidene, ich trete ihnen entgegen und lasse sie nur noch gaanz selten gewinnen. Soweit sogut. Ich hatte Glück, habe eine wundervolle Therapeutin die mich in diesen 8 Jahren begleitet hat und mich langsam wieder zurück ins Leben führte. Angefangen bei "ich kann nicht mehr vor die Tür gehen", dann jahrelang nur in Begleitung, bin ich heute bei einem Stand den sich viele sicher noch wünschen. Ich lebe allein (anfangs bei Eltern noch), ich bewältige meinen Alltag allein, ich bin nur noch selten auf Hilfe angewiesen und ich befinde mich derzeit in der Existenzgründungsphase.
Und hier scheine ich ins stolpern zu kommen. Ich möchte mich schon weit über ein Jahr selbstständig machen, arbeite auf Angestelltenbasis im selben Bereich und kriege zusätzlich Alg2. Nun arbeite ich also schon und das sehr gut und bisher nur mit 3 Fehltagen wegen Angst (in über 2 Jahren).

Im Juni war ich zum Gründerseminar und schreibe seitdem an meinem Businessplan!!! Ich schiebs vor mir her, klare Sache. Termin beim Amt war schon, der setzt mich nicht unter Druck und so dümpel ich eben weiter vor mich hin. Doch nun vor etwa 10 Tagen begann meine Lunge zu rebellieren. Da ich seit Jahren an Atemnot leide und regelmäßig ein Notfallspray benutze und nun morgens und abends Cortison inhaliere, dachte ich jetzt isset aus.
Diese Sprays wirken nicht mehr! Die Atemnot fühlt sich auch ganz anders an als sonst. Normalerweise helfen die Sprays sofort und ich muss nicht mehr drüber nachdenken.
Jetzt fällt das atmen schwer, und das den ganzen Tag Traurig 
Letzte Nacht war es so heftig das ich heut morgen ins Krankenhaus gedüst bin weil ich nicht mehr konnte. Am Freitag war ich noch beim Hausarzt, aber der hörte nix beim abhören.
Nun haben die dummerweise auch nix gefunden (oder gott sei Dank). Blutbild, Lunge röntgen, abhören, nix. Alles supi.
Die Inhalation vor Ort brachte garnix. Die Ärztin meinte, sowas hat sie noch nicht erlebt.

Ich geh echt kautt. Psychosomatische Atemnot?? Da stockt mir echt der Atem. Ha, schönes Wortspiel Zwinkernd Aber leider nicht zum lachen. Ich merke schon unter Ablenkung wirds besser, aber wie kommt man aus der Nummer wieder raus? Ich glaube so ein schlimmes somatisches Gefühl hatte ich bisher nicht. Ich weiß nicht wie ich das überwinden soll. Businessplan zuende schreiben und raus damit? Was wenn es das garnicht ist? Mein Gott, wer denkt sich sowas nur aus. Ich hab schon lang nicht mehr gejammert, aber das ist wirklich ein Alptraum.

Was wenn was übersehen wurde? Aber wie können Beschwerden denn besser werden wenn man sich ablenkt? Ist man krank, dann ist man es, oder? Dann gehen die Symptome doch nicht weg nur weil man Abends mit Freunden ein Bier trinkt. So, danke wer bis hier her gelesen hat. Ich hoffe das ihr eine kleine Hilfestellung für mich habt. Ich hab richtig Schiss vor der nächsten Nacht und morgen heißt es auch noch arbeiten Traurig Hatte Urlaub und jetzt will ich meine Kunden nicht hängen lassen. Und ich liebe meinen Job, ich will nicht das die Angst mich daran hindert ihn weiter auszuführen!


PS: weiteres Symptom seit Dienstag, Appetitlosigkeit. Nach dem Essen ist mir speiübel. Logischerweise bin ich immer schlapper zu Fuss und hab Schwindelanfälle. Zum essen muss ich mich echt zwingen. Diese beiden Sachen kamen quasi gemeinschaftlich und in voller Wirkung gemeinsam. Auch der Rücken tut stellenweise richtig weh.


So. Und während ich das schrieb konnte ich relativ normal atmen. Ist das krank! Hilfe - bitte!
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Fridolin
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« Antworten #1 am: 30. August 2010, 09:25:24 »

Hi Luci
Erstmal willkommen!
Ich denke, daß die Angst deine Atemnot auslöst. Zukunftsangst, Existenxangst, Angst, du bist nicht gut genug, usw. Wenn du hier schreibst, verschwindet deine Atemnot. Du spürtst, daß du nicht macht- und hilflos bist, dadurch wird sie viel kleiner.
Die Angst ist sehr mächtig und vor allem, kann man sich nicht vorstellen, wie sie unser Leben beeinflußt. Sie tritt vor allem auf, wenn man sich in einer Art Hilf- oder Machtlosigkeit glaubt.
Vielleicht ist deine Angst nur verdrängt und meldet sich jetzt wieder, oder eine "neue Angst" ist in deinem Leben.
Atem-und Entspannungsübung können helfen.
Vielleicht gelingt es dir, die Ängste zu verarbeiten und dadurch der Angst aufzuzeigen, wer das "sagen" hat.
Meine Erfahrungen.
Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
Luci
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« Antworten #2 am: 30. August 2010, 20:50:09 »

Hallo Fridolin Smiley

danke für deine Worte. Du hast sicher Recht, ich hab vergessen wie viel Macht die Angst haben kann. Bisher plagten mich vorallem Symptom wie Übelkeit bis hin zum erbrechen und Schwindelgefühl>angst vor dem umfallen.
Viele kleine aber unangenehme Symptome konnte ich verjagen in dem ich sie klar der Angst zuschrieb und ignorierte. Die hams quasi 2 3 mal probiert und sind dann nie wieder aufgetreten (Husten, Magenkrämpfe..).
Heut war ich nochmal beim Lungenarzt. Funktionstest war zwar nicht so gut wie vor 10 Tagen, aber auch nicht bedenklich. Er sagt ich hyperventiliere Traurig soll auf meine Atmung achten und ruhig bleiben.
Scheiße, wenn das mal so leicht wär. Im Warteraum hat ich gleich noch halbe Ohnmachtsanfälle und bin einmal zum Klo gerannt weil ich fast losgereiert hätte. Schön wenn sich aus dem Theater jetzt noch ne Arztphobie entwickelt. Nun ja. Hinerher war alles wieder gut.

Ich denke es gibt viele Dinge die noch nicht verarbeitet sind, aber ich hab in den letzten jahren auch vorallem gelernt wieder selbstständig leben zu können. Das war mir am wichtigsten, denn ich wollte nicht mehr abhängig sein von Familie und Freunden und sie auch nicht belasten damit.
Da ich vorher (erkrankt mit 16, Diagnose mit 18) nie Gelegenheit hatte mich abzukapseln, zu lernen auf eigenen Beinen zu stehen und auch noch Nesthäkchen und einziges Mädel war, glaub ich, bin ich dem Wahnsinn auf der Spur.
So viel Angst vor dem Leben und seinen Konsequenzen und dann noch dem Absprung wagen und ganz allein für sich sorgen. Das fürchten die meisten, ich nehme meine Angst als völlig ok an, aber die Atemnot sicher nicht! Das ist doch nun wirklich übertrieben.
Naja, so fasel ich vor mich hin, aber vllt kennt ihr ja solche Gedankengänge. Irgendwie musset ja weiter gehen, aufgeben gibts an dieser Stelle nicht, auch wenns grad sehr schwer ist durchzuhalten mit den ganzen Angst und Panikattacken auf einem Haufen. War solange Ruhe Traurig

Letzte Nacht hab ich fast durchgepennt. Nur einschlafen ist sehr schwer mit dem Beklemmungsgefühl. Aber durchschlafen zeigt erstmal das der Aufenthalt im KH mit null Ergebnis schonmal für Klarheit gesorgt hat.

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Sister Moonshine
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« Antworten #3 am: 01. September 2010, 10:08:52 »

Hallo Luci,

ich möchte mich Fridolin anschliessen.
Ich habe am Anfang meiner Ängste vor elf Jahren knappe zwei Jahre auch unter Atemnot gelitten. immer wieder. Damals fing ich an zu trinken. Das half mir ein wenig (wir alle wissen, dass das nicht der richtige Weg ist). Aber ich kann Dich gut verstehen. Auch muss eine Hyperventilation sich nicht zwingend bewusst bemerkbar machen. Eventuell meinst Du, Du atmest wirkloich normal, jedoch die Anspannung in Magen, Rücken und Solar Plexus ist da und quält Dich.
Lass Dich nicht unterkriegen, Du hast euntschieden, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ich gratuloiere Dir zu Deinem Mut und wünsche Dir alles Gute, viel Kraft (und wenig Atemprobleme;.)

Alles Liebe,
Sister Moonshine
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Little
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« Antworten #4 am: 03. September 2010, 21:49:48 »

Hey Luci

das klingt fast wie bei mir vor zwei Jahren... Ich habe den ganzem Tag "um Atem gerungen" mir blieb einfach die Luft weg und ich hab geatmet wie ein Fisch auf dem trocknen, ein guter Arzt sagte mir das ich eine funktionelle atemstoerhng habe und dieser lufthunger nur durch Therapie und entspannung zu beheben ist, und das stimmte. Noch heute habe ich dieses gefuehl nicht armen zu koennen immer wieder,
auch ich bin selbststaendig und ich sage es offen: fuer jmd wie uns ist das zwar praktisch da keine Rechtfertigung etc aber der DRUCK ist staendig da und schnuerrt dir manchmal die luft ab.

Wenn ich zb reite merke ich nix und atme "einfach", Yoga Atemübungen helfen mir,
kaugummikauen ;-).
Achte gut auf dich! Selbststaendig macht man immer alles selbst und staendig ;-(
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nobody knows where it comes and where it goes
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Luci
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« Antworten #5 am: 07. September 2010, 13:31:18 »

Ihr lieben Smiley

danke für eure Antworten. Leider hab ich meinen PC geschrottet und konnte so einige Tage nicht ins Netz.
Was soll ich sagen...es ist quasi "einfach" weg. Ich hatte letzte Woche kurzfristig noch einen Termin bei meiner Therapeutin bekommen. Ich hab mir nichts großes davon erwartet, aber ich weiß das die Frau es einfach drauf hat mich wieder runterzuholen. So haben wir gequatscht, sie hat mir vieles logisch erklärt und mir geraten Entspannungsübungen zu machen damit ich aufhöre auf meine Atmung zu achten. Naja das zieht bei mir. Logik und das verstehen was in mir vorgeht.
Noch am selben Tag kam mein Hungergefühl wieder zurück und ich hab Abends richtig gegessen ohne das mir schlecht wurde. Das ging dann so weiter auch wenn ich mich die Woche nur von Fast Food ernährt habe weil ich auf nix anderes Bock hatte, war es ein Anfang ;-)
Auch ging es mir während der Arbeit besser und ich hatte nur noch Abends Probleme mit der Atmung. Übers Wochenende musste ich dann noch meinem Bruder bei der Arbeit helfen und so war ich auch Abends beschäftigt (Kino) und kam Nachts nur noch fertig heim. Und nun ist es gut. Nicht die ganze Zeit, ich merke es wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre. Da sag ich mir aber selbst, das hat mit dem eigentlichen Grund nix zu tun und so bleibt es gedämpft.

Ich habe nur eine Sache abgesagt die mich sehr unter Druck gesetzt hat und die mich an den Tot eines lieben menschen erinnerte. Es war zu früh um damit anzufangen. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, aber seitdem geht es mir deutlich besser. Ist ja egal was es war, aber es ist möglich das es der Auslöser war für die Luftnot weil ich einfach noch nicht im Stande war mich dem zu stellen. Da fehlte quasi die Trauerzeit. Schon das ich zwischendurch immer wieder Hilfe brauchte hätte ein deutliches Alarmzeichen sein sollen. Aber alle sagten, nee nee, du musst dich dem jetzt stellen sonst wird es nie gut.  Kotzen

Den Businessplan hab ich erstmal trotzdem nicht weiter gemacht. setze mich aber bis Freitag noch ran und verschicke ihn dann schonmal zum Korrektur lesen an die Familie. Dann werd ich ja sehen ob es daran auch lag.

@little super das du es gepackt hast! Du kannst mächtig stolz auf dich sein :-)
Manchmal ist es dann doch schwer. ich hatte ausgerechnet letzte Woche eine neue Anfrage und musste sagen ich bin krank und kann grad nicht. Das dumme war, ich konnte nicht mal sagen wann ich wieder kann. Das hat bestimmt keinen guten Eindruck hinterlassen und ausgerechnet dieser Kunde kam auf Empfehlung einer Kollegin! Scheiße. Hoffentlich meldet er sich nochmal.

Meine Mutter meinte, als ich ihr von all dem hier berichtet habe, ich hätte wohl Glück im Unglück gehabt. So ein Symptom am Anfang der Krankheit über soviele Monate, das ist Wahnsinn! Da ist man so labil und hat so große Angst und dann schnürt einem was die Kehle zu. Echt krank! Aber wenn man das geschafft hat, sollte man sich im klaren sien, das man alles schaffen kann! Ich kann nur sagen das war das heftigste Angstsympton das ich jemals hatte. Ich hoffe ich kann es ausrotten und zurückkehren zum guten alten Schwindel und zum kotzen nach Bedarf   Grinsend

(Spaß muss sein)
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