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Angstnetz Forum
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Autor Thema: Ich möchte mich mal vorstellen  (Gelesen 2267 mal)
Benny
Gast
« am: 18. September 2010, 11:34:09 »

Hallo zusammen
Ich habe mich gerade hier angemeldet und möchte mein Leiden auch mal hier schildern.
Also ich leide seit 1991 an einer Angsstörung gemischt mit Depression.
Ausgebrochen ist das ganze 1991 als mein Vater starb und wir hatten uns gerade ein Haus gekauft. Ich habe mich übergeben alles drehte sich und ich wusste nicht was mit mir passiert. Es folgte eine Odyssee von Arztterminen. Das ich das überlebt habe grenzt an ein Wunder. Es ging mir unbeschreiblich schlecht. An arbeiten war nicht zu denken.
In den folgenden Jahren habe ich zwischendurch immer mal wieder gearbeitet und dann kamen wieder diese Angstzustände aus heiterem Himmel.
Ich hatte früher auch regelmäßig Alkohol getrunken aber ab diesem besagten Tag habe ich den Alkohol nur so in mich hineingeschüttet. Ich wollte dass dieser Zustand endlich aufhört. Es hörte aber nicht auf.
Dann hat mein Hausarzt mir irgendwann Tafil verschrieben (Benzodiazepine) .
Und die halfen tatsächlich so dass ich wieder arbeiten konnte.
Doch dann wurde die Menge der Benzos die ich einnahm um eine beruhigende Wirkung zu erzielen immer größer.
Am Ende bin ich im Jahr 2000 in einer Klinik gelandet und musste einen Entzug von Alkohol und Benzos machen. Es war die Hölle.
Mein Arzt hatte mir kein Wort darüber gesagt das dieses Zeug abhängig macht.
Seitdem bin ich trocken und nehme auch keine Benzos mehr. Als dann an meiner Arbeitsstelle rationalisiert wurde hatte ich die Aussicht Hartz4 oder Frührente.
Ich besitze ein Haus das noch bezahlt werden muss also ging Hatrz4 schon mal gar nicht. Jedenfalls habe ich dann einen Rentenantrag gestellt. Es war ein langer Kampf aber ich habe die Rente bekommen.
Es ist aber nun wirklich so dass ich an guten Tagen ein paar Stunden arbeiten kann und dann wieder Phasen wo nichts geht.
Meine Momentane Situation.
Meine Frau hat sich seit Juli 2010 von mir getrennt. Das ist ein Kapitel für sich.
Ich habe Tage wo ich mich aufraffen kann was zu machen und dann wieder so wie Heute wo ich am liebsten nicht mehr aufstehen möchte. Ich bin körperlich total schlapp. Jeder Handgriff ist unglaublich anstrengend.
Ich habe immer wieder mal Phasenweise Trevilor genommen und bin es gerade wieder am ausschleichen. Da es ja Wochen dauert bis es wirkt weis ich immer nicht geht es mir nun von den Tabletten besser oder wäre es auch ohne besser geworden.
Ich habe immer wieder Tage wo eine nicht auszuhaltende Nervosität und Unruhe aufkommt. Ich kann dann keinen klaren Gedanken fassen. Ich nehme dafür Atosil was ich auch in der Klinik bekommen habe. Es hilft in den meisten Fällen.
So ich könnte noch viel mehr schreiben aber das wird zu viel.
Ich wünsche allen Mitgliedern viel Kraft
Viele Grüße
Benny
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JEM
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« Antworten #1 am: 18. September 2010, 15:29:50 »

Hallo Benny,
herzlich willkommen hier im Forum!
Du hast Deinen Leidensweg (ansatzweise) geschildert, ich denke es gibt hier im Forum
viele ähnliche Erfahrungen.
Benzodiazepine sind ein Notfallmittel für den kurzzeitigen Gebrauch, denn sie machen immer abhängig, das weiß auch Dein Hausarzt. Tragischerweise verschreiben gerade diese Ärzte oft eher Benzodiazepine als Antidepressiva, vielleicht weil die Wirkung bei diesen sofort sichtbar wird.
Bekommst Du das Rezept für Trevilor auch von Deinem Hausarzt?
Bei allen AD's gilt, die Wirksamkeit muss vom psychiatrischen Facharzt überprüft werden, dazu bedarf es zunächst einer regelmäßigen Einnahme der festgelegten Menge. Der Wirkungsspiegel kann dann im Blut überprüft werden, die Wirkung auf die Psyche wird im Gespräch geklärt, durch den Eindruck des Patienten überprüft. So können fundierte Korrekturen oder ggf. ein Medikamentenwechsel durchgeführt werden.
Atosil wirkt primär sedierend, bei (regelmäßigen) Langzeitgebrauch kann es ebenfalls abhängig machen, es sollte ein "Bedarfsmittel" bleiben.
Die körperlichen Symptome, die Du schilderst, deuten auf eine depressive Phase hin, wenn keine organischen Gründe vorliegen.
Ich würde Dir raten einen psychiatrischen Facharzt aufzusuchen, um dort Hilfe zu bekommen.
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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Benny
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« Antworten #2 am: 19. September 2010, 09:45:54 »

Hallo Jürgen
Danke für den netten Empfang.
Ja das ich an dem Tafil hängen geblieben bin war der Arzt schuld. Aus Unwissenheit? Ich weiß es nicht.
Also der erste der mir Trevilor empfohlen hat war ein Psychiater. Ich habe ja nun einigen Psychiater und Psychologen durch. Das Ergebnis ist, jeder sagt was anderes. Man muss halt alle möglichen Medis ausprobieren und vielleicht findet man zufällig das richtige. In keinem andren Medizinischen Bereich gibt es so etwas. Da hat man für diese Krankheit dieses Mittel und fertig.
Als Angst/Depressionspatient ist man ein Versuchs Karnickel . Man weiß einfach nicht mehr über diese Krankheit und jeder erzählt was anderes.
Wie beschrieben habe ich öfter das Trevilor abgesetzt und in extremen Zuständen wieder eingenommen. Ich frage mich halt ob es nach Wochen, wo es ja erst wirkt, auch ohne Medis weggegangen währe. Gerade am Anfang der Einnahme merkt man wie tief dieses Medi in die Psyche eingreift und es treten viele unangenehme Nebenwirkungen auf. Auch der Gedanke man kann ohne Trevilor nicht mehr ist beängstigend. Nur wenn man in einer Phase der Dauerangst ist würde ich alles schlucken damit es weg geht.
Ja Atosil ist für den Notfall gedacht und das bleibt es auch. Mal abgesehen davon dass nach längerer Einnahme die Wirkung stark nachlässt.
Vielleicht hat ja hier im Forum auch jemand Erfahrung mit Trevilor und kann was dazu posten.
Dir auch Jürgen alles Gute
Roland
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JEM
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« Antworten #3 am: 19. September 2010, 16:10:02 »

Hallo Roland,
dass Benzodiazepine abhängig machen lernt der Medizinstudent im Grundstudium - schon die Rolling Stones haben "Mother's Little Helper" gekannt.
Der Depressionspatient ist kein Versuchskarnickel, das siehst Du falsch. Der (gute) Psychiater stellt eine Diagnose und wählt dann, wenn angemessen, eine bestimmtes AD aus (oder eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten).
Nun ist es leider so, dass jedes AD bei jedem Patient verschieden wirkt, sowohl von der Dosis, wie auch von der Wirksamkeit. Auch die Nebenwirkungen sind absolut unterschiedlich. Zudem kann ein Medikament, das monatelang wirksam war, seine Wirksamkeit verlieren. Deswegen muss die Medikation ständig von einem Psychiater begleitet werden, er kontrolliert, spricht mit dem Patienten, es ist ein fortlaufender Prozess, deswegen ist Selbstmedikation hier ein Irrweg.
Ich kann Dir also nur empfehlen, darüber mit Deinem Psychiater zu reden, außer Trevilor gibt es noch viele andere AD's.
Aber für alle gilt: Nur die verordnete regelmässige Einnahme lässt eine Aussage über die individuelle Wirksamkeit zu.
Liebe Grüße
Jürgen

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Rubina22
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« Antworten #4 am: 15. Oktober 2010, 15:54:28 »

Hallo

ich möchte nur was zu den Benzodiazepinen anmerken:
Ja der Körper kann sich daran gewöhnen, und viele Ärzte verordnen deshalb lieber ein Neuroleptikum als ein Benzo.
Doch Benzos sind viel besser als ihr Ruf. Es sind die schnellsten und nebenwirkungsärmsten Angstlöser, außer man kennt sich mit Meditation, Atemtechnik u.äh. aus, aber da muss man schon ein alter Hase sein und seine Krankheit kennen, als chem. Pharmazeutikum das ich kenne.

Ich nahm jahrelang jeden Tag 10 mg Praxiten, ging dann runter auf ein halbes, eine Woche lang, dann ein viertel, und dann war ich weg. Als Notmedikation hatte ich es eine Zeit lang ständig bei mir und dann ließ ich auch das bleiben.

Einer meiner Freunde der unter grausigen Unruhezuständen litt, bekam von seinem Arzt kategorisch keine Benzos. Er nahm seit zwanzig Jahren bereits eine Depotspritze Neuroleptikum, und bekam dann zuästzlich ein oder zwei andere Medis die ihn in den Tiefschlaf beförderten und ärgste Nebenwirkungen machten.

ABER süchtig machten sie nicht...juchu!! Meine Güte, G. hatte einmal eine Schachtel Praxiten bekommen und konnte nach 10 mg angstfreit seiner Arbeit nachgehen. Hatte keine Nebenwirkungen und brauchte es hin und wieder als Hilfe gegen seine Unruhzustände.
Als die Schachtel zu Ende war, bekam er keine neue mehr. Und wurde auf die anderen Medis eingestellt.

Die ihn nicht nur angstfrei sondern gefühlsfrei machten. Thumb und cilly.

Benzos sind außerdem ein sehr gutes Muskel relaxans, ein Notfallmedi bei Epilepsie oder drohender Epilepsie, bei Angina Pectoris (Herzenge, Beschwerden, Angst) also ein sehr potenter Angstlöser und STresslöser.

Mark Rufer, der Arzt aus der Schweiz der die Antipsychiatriebewergung auslöste, meint ein Benzo wäre das einzige Medi das er verarbreichen würde wenn ein Mensch in eine manische psychootische oder depressive Krise käme.

Und Zuwendung und socziale KOnntakte. Das wäre das beste



Lg Rubi
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« Antworten #5 am: 15. Oktober 2010, 19:03:02 »

"Bei der Autopsie des Leichnams von Barschel, der seit 1980 in zunehmend stärkeren Dosen das Beruhigungsmittel Tavor zu sich nahm..."
Es geht hier um den Tod von Uwe Barschel, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, verstorben Okt. 1987, als nur ein Beispiel. Tavor ist eine "Modedroge" gerade bei Politikern, weil es angstlösend wirkt, kaum sediert und selbstsicher macht. Man kann damit jederzeit eloquent eine Rede halten..


Hallo Rubina,
ich stand schon oft an der Rezeption der Psychiaterin meiner Frau und habe dadurch zwangsweise Telefonate mitbekommen. Oft ging es um Benzodiazepine, wie z.B. Tavor. Da wurde um eine größere Packung nachgefragt, um ein weiteres Rezept dafür.
Einmal habe ich es auch erlebt, dass ein Patient persönlich vorstellig wurde und (lautstark) ein neues Rezept verlangte.
Als dann die Helferin ihm sagte, sein Hausarzt hätte in der Praxis angerufen, weil er auch bei ihm laufend Tavor-Rezepte verlangte, schlich der arme Kerl traurig davon.
Das von außen...
Und jetzt von innen:
Meine Frau hat in ihrer schlimmsten Episode vor 6 Jahren über ca. 3 Monate verschiedene Benzodiazepine (Tavor war das wirksamste) eingenommen, in Kliniken unter Aufsicht, also nicht in beliebiger Dosierung.
Anfangs ein gutes Notfallmedikament, irgendwann nur noch "das" Medikament, mit immer geringer Dosiswirkung.
Sie selbst hat es dann abgesetzt (mit gewaltigen Entzugserscheinungen).
Das sind meine Erfahrungen zu: Benzodiazepine machen nicht süchtig.

Ich halte Benzodiazepine für ein reines Notfallmedikament, wenn man verantwortungsvoll damit umgehen kann, machen sie nicht süchtig, insofern gebe ich Dir recht. Dazu gehört aber ein eiserner Wille, der bei Kranken meist nicht vorhanden ist. Gerade wenn es ambulant verschrieben wird, ist die Verlockung groß!
(Warum wird es nur in kleinen Packungsgrößen verordnet, wenn es nicht süchtig macht?)
Ich will jetzt nicht das Wort für Neuroleptika oder andere chem. Produkte reden, ich will aber auch die Benzodiazepine nicht verharmlost sehen, gerade hier in diesem Forum.

"Es sind die schnellsten und nebenwirkungsärmsten Angstlöser, außer man kennt sich mit Meditation, Atemtechnik u.äh. aus, aber da muss man schon ein alter Hase sein und seine Krankheit kennen, als chem. Pharmazeutikum das ich kenne."
Diesen Satz kann ich unterstützen, B. sind schnell wirksam (bei dauerhafter Einnahme nimmt das dann ab), die von Dir genannten "eigenen" Methoden sind auf lange Zeit die Erfolgreicheren!

Ich wünsche Dir eine möglichst angstfreie Zeit!
Liebe Grüße
Jürgen
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2010, 19:09:00 von JEM » Gespeichert

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« Antworten #6 am: 15. Oktober 2010, 19:25:56 »

ich kann Jem nur beipflichten.

Benzos gibt es nur in Notfällen und nicht als Dauermedikation, da sie abhängig/süchtig machen.

Ich weiß wovon ich rede. Vor langen Jahren war ich abhängig. Es hat nicht lange gedauert, da brauchte ich eine ganze Handvoll von dem Zeugs, um überhaupt noch eine Wirkung zu erzielen.
Manchmal wußte ich am nächsten Tag nicht mehr was am Vortag ablief.

Antideppressivum oder Neuroleptika etc. machen nicht abhängig, wenn man richtig eingestellt ist.
Was aber ein wenig dauert, bis es wirkt. Dabei ist es wichtig, das man in der Zwischenzeit ärztlich versorgt wird.

Ich kann nur vor Benzos, Tranquilizer und wie sie alle heißen, warnen.

LG Fossy
PS: für Epilepsie etc. gibt es andere Mittel zur Muskelentspannung

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« Antworten #7 am: 17. Oktober 2010, 10:58:06 »

Hallo Jem


zu Uwe Barschel: an Benzos stirbt man nicht, außer man hortet monatelang Packungen von Tavor Praxiten und wie sie alle heißen mögen daheim.
Viel eher gelingt einem das mit trizykischen Antidepressiva gemischt mit Neurol.
So wie diesem deutschen Fußballer, der trotz psychiatr. Behandlung und Einstellung mit AD unter den Zug ging.

Es ist medizin. Fakt dass z.B. in der Schwangerschaft Benzos als einzige psychotrope Substanz auch toleriert wird.

Benzos machen abhängig, körperl. abhängig, so wie Kaffee ..ich bin auch ein Süchtiger - ohne meinen Kaffee und den oft in hohen Dosen - kann ich nicht oder können die anderen nicht mit mir.

Süchtig, oder köperl. abhängig oder auch seelisch abhängig sind wir von so vielem: schaut auch mal unser Leben an, was wir alles brauchen? das wir eigentlich nicht wirklich brauchen.

ich will Benzos auch nicht "verharmlosen" man muss verdammt gut aufpassen was man seinem Körper zuführt, in jeder Hinsicht. Doch ein Neuroleptikum z.B. würde ich nie nehmen.

Auch die sogenannten SSRI wie Fluctine, Seropram, Seroxat sind nicht ohne. Sie abzusetzten erfordert einen Willensakt der sich gewaschen hat.

Meist nehmen die Betroffenen ihr Leben lang Antidepressiva wenn sie mal damit angefangen haben.


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« Antworten #8 am: 17. Oktober 2010, 11:06:48 »

Oje

jetzt ist mir der letzte Teil meines Beitrags einfach verschwunden.


Warum ist es dann so schwer mit AD aufzuhören, es heißt doch und da bin ich voll dahinter, man soll es ein bis ein einhalb Jahre nehmen in dieser Zeit sein Leben neu organisieren, Therapie machen und dann wieder langsam ausschleichen.

Und in Wirklichkeit hängen viele ihr Leben lang an dem Medikament. Und das Aufhören damit ist viel schwieriger als das mit den Benzos.


Ein Serotoninabsetzsyndrom kann dich an den Rande des Wahnsinns bringen, ein Benzosentzug ist auch nicht leicht, kommt natürlich an von welcher Dosis man ausgeht.

ABer ich will hier kein Plädoyer für Benzos und gegen AD schreiben.


ES ist nur meine persönliche Meinung, die aus meinen eigenen Erfahrungen mit den Medis entspringt und Erfahrungen die ich so mit Ärzten und Patienten gemacht habe.

Wer heilt hat recht, was einem weiterhilft auf lange Zeit ist gut.
Ich habe diese Zeit mit Benzos gebraucht, weil ich abschalten konnte. Bei zu viel Arbeit und zu wenig Auszeit, aber sicher bin ich dass  dich  die
Zeit mit den Antdepressiva nicht gebraucht habe, weil sie mich an den Rande des Abgrunds gebracht haben.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Rubi
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« Antworten #9 am: 17. Oktober 2010, 13:15:06 »

Hallo ihr lieben,

also ich denke auch, dass man Benzos nicht verteufeln sollte...ich habe selbst Tavor 2 mal jeweils über ein Jahr genommen und wurde nicht süchtig!
Ja...es war Tavor! Das erste Mal in 1mg Dosierung...die Zweite Episode wurde mit 0,5 mg Dosierung tägich behandelt.
Ich bin und war niemals süchtig. Im Gegenteil, ich habe es sogar selbst nach einem Jahr abgesetzt, weil ich genau davor Angst hatte süchtig zu werden nach so langer Einnahme.
Mag sein ich bin ein Einzelfall aber dass Benzos immer süchtig machen stimmt nicht!
Trotzdem würde ich natürlich jedem raten sie nur als Notfallmedi oder für die Anfangsphase zu nehmen. Sie sind wirklich sehr wirkungsvoll. Wahrscheinlich liegt da eine der größten Gefahren der Gewöhnung...man will einfach dieses gelöste, freie Gefühl immer wieder erleben...

Also vorsichtig und mit Bedacht verwenden...auf sich selber achten und das Bewußtsein, dass es "nur" eine künstliche Ruhe ist, die das Medi erschafft, nicht verlieren...

Das gleiche gilt für mich übrigens auch für Antidepressiva...auch aus eigener Erfahrung...haben mir super geholfen...ohne dass ich auch nur ansatzweise süchtig, besser abhängig, wurde...

Alles Gute
Anndra
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Ich bin!Darum werde ich ständig.
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« Antworten #10 am: 17. Oktober 2010, 14:24:33 »

Hallo Rubi,
ich antworte direkt in Deinem Text in blauer Farbe, so ist es einfacher...


zu Uwe Barschel: an Benzos stirbt man nicht, außer man hortet monatelang Packungen von Tavor Praxiten und wie sie alle heißen mögen daheim.
Viel eher gelingt einem das mit trizykischen Antidepressiva gemischt mit Neurol.
+++Das ist mir völlig klar und es ist bekannt, was Uwe Barschel sonst noch so im Blut hatte, aber ich wollte hier keine Methodendiskussion beginnen. Mir ging es dabei nur um die Abhängigkeit von Benzos, dass er sie z. B. jahrelang genommen hat.

Es ist medizin. Fakt dass z.B. in der Schwangerschaft Benzos als einzige psychotrope Substanz auch toleriert wird.
+++Es wird toleriert, aber es gibt keine Studien darüber, ob für das Kind nicht Spätfolgen zu befürchten sind. Es gibt genügend Frauen, die z.B. wärend der Schwangerschaft auch Alkohol trinken, für diese psychotrope Droge gibt es genügend Studien, die Schäden nachweisen.


Benzos machen abhängig, körperl. abhängig, so wie Kaffee ..ich bin auch ein Süchtiger - ohne meinen Kaffee und den oft in hohen Dosen - kann ich nicht oder können die anderen nicht mit mir.
+++Wie bei vielen Drogen ist die Suchtgefahr individuell gestaffelt. Coffein mit Benzos zu vergleichen würde ich nicht wagen, das sind ganz andere Wirkungsmechanismen. Im Vergleich mit Benzos ist Coffein wie Wasser...


Süchtig, oder köperl. abhängig oder auch seelisch abhängig sind wir von so vielem: schaut auch mal unser Leben an, was wir alles brauchen? das wir eigentlich nicht wirklich brauchen.

ich will Benzos auch nicht "verharmlosen" man muss verdammt gut aufpassen was man seinem Körper zuführt, in jeder Hinsicht. Doch ein Neuroleptikum z.B. würde ich nie nehmen.

Auch die sogenannten SSRI wie Fluctine, Seropram, Seroxat sind nicht ohne. Sie abzusetzten erfordert einen Willensakt der sich gewaschen hat.

Meist nehmen die Betroffenen ihr Leben lang Antidepressiva wenn sie mal damit angefangen haben.
+++Ich habe, wie schon oben erwähnt, nicht das Wort für irgendein chemisches Präparat geredet, sondern ich wollte nur klarstellen, das auch Benzos keine "Bonbons" sind, die man lutscht und dann wieder vergisst, nur darum ging es mir.


Warum ist es dann so schwer mit AD aufzuhören, es heißt doch und da bin ich voll dahinter, man soll es ein bis ein einhalb Jahre nehmen in dieser Zeit sein Leben neu organisieren, Therapie machen und dann wieder langsam ausschleichen.

Und in Wirklichkeit hängen viele ihr Leben lang an dem Medikament. Und das Aufhören damit ist viel schwieriger als das mit den Benzos.

+++Das lässt sich so nicht verallgemeinern, es hängt von der jeweiligen subjektiven Ausgangssituation des Patienten ab. Die Medikation, die Einnahmedauer, die Therapiedauer und Art. Da gibt es keinen Zeitraum, der für alle gilt. Eine gute Therapie wird immer individuell sein müssen. Absetzprobleme wird es bei allen psychisch wirksamen Substanzen geben, ganz klar.
Das wissen die Psychiater auch, deswegen begleiten sie diesen Vorgang.



Ein Serotoninabsetzsyndrom kann dich an den Rande des Wahnsinns bringen, ein Benzosentzug ist auch nicht leicht, kommt natürlich an von welcher Dosis man ausgeht.

+++SSRI kann man nicht so einfach absetzen, sie werden ausgeschlichen, mit dem Psychiater zusammen, der es beobachtet.

ABer ich will hier kein Plädoyer für Benzos und gegen AD schreiben.


ES ist nur meine persönliche Meinung, die aus meinen eigenen Erfahrungen mit den Medis entspringt und Erfahrungen die ich so mit Ärzten und Patienten gemacht habe.

Wer heilt hat recht, was einem weiterhilft auf lange Zeit ist gut.
Ich habe diese Zeit mit Benzos gebraucht, weil ich abschalten konnte. Bei zu viel Arbeit und zu wenig Auszeit, aber sicher bin ich dass  dich  die
Zeit mit den Antdepressiva nicht gebraucht habe, weil sie mich an den Rande des Abgrunds gebracht haben.

+++Das ist Deine persönliche Erfahrung und wenn Dich AD's an den Rand des Abgrunds gebracht haben, dann hattest Du eine schlechte ärztliche Betreuung. Arbeiten unter AD's ist schwierig, kein Zweifel daran, deswegen muss da sehr sorgfältig ausgewählt und dosiert werden.
Aber nochmals: Ich halte Benzos für eine reine Notfallmedizin, aber nicht für eine Krücke, die wieder zum Laufen verhilft.
Wer heilt hat recht - das gilt auch für Placebos - und es ist trotzdem richtig!
Das funktioniert aber nicht immer bei jedem, wie auch bei chem. Substanzen, ich denke auch in Dir muss etwas da sein.
Du hast es für Dich als richtig empfunden und damit war es gut für Dich.
Jede(r) muss das aber für sich neu empfinden, leider manchmal auch erleiden.
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen

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« Antworten #11 am: 17. Oktober 2010, 14:45:17 »

Hallo Anndra,
ich möchte hier nichts verteufeln, aber auch nichts verharmlosen...
Wenn Du z.B. über ein Jahr Tavor 1,0 eingenommen hast, müsste untersucht sein, wie Deine Verstoffwechselfähigkeit ist, d.h. wie der Wirkspiegel in Deinem Blut war. Es gibt Patienten, die erst mit doppelter Dosis den gleichen Wirkspiegel erreichen.
Du selbst schreibst von "Gewöhnung", also gibt es dann auch eine "Entwöhnung".
Auch wenn es jetzt ein überspitztes Beispiel ist, aber auch ein Heroinsüchtiger macht eine Entwöhnung, weil er süchtig ist.
Wie gesagt - Benzos als Notfallmedizin sporadisch - finde ich ok, bei Dauermedikation sehe ich Probleme, wenn es nicht eng von einem Arzt begleitet wird.
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #12 am: 17. Oktober 2010, 18:20:43 »

Ja JEM


was du schreibst ist mir bekannt.

Allerdings hab ich das Gefühl dass hier ein bissl ärztehörig argumentiert wird, und diese haben - meistens - ziemlichen Schiss davor Benzos zu verordnen weil es dann heißt ja der Hausarzt verschreibt alles und bla bla bla...
Warum glaubst du mussten Sterbende früher so lange leiden und schrien vor Schmerzen?? Weil DIE ÄRZTE solche Angst hatten dass ihre Patienten süchtig werden von dem Opiat.

Die Sucht ist inallermunde, und das Benzo - wenn davon abhängig - so what?
Wenn es dir weiterhilft, und du dein Leben gut im Griff hast, kannst du auch Heroin spritzen, wenn es rein und von guter Qualität ist. Der Körper gewöhnt sich daran , Ärzte reden uns ein statt dessen Methadon zu nehmen weil kontrolliert dann und den Vorteil dass du nicht an Hepatitis erkrankst, wegen der schmutzigen Spritzen.

WAs ist so schlimm an der Gewöhung des Körpers an eine Substanz? WArum ist Koffein wie Wasser wenn es doch auch süchtig macht. Weil es natürlich ist? WEil ein Benzo eine chemische Mischung ist.

Das Fiasko mit den Benzos kommt dann zustande wenn man sich mischt. Meistens mit Alkohol. Dann ergibt das einen Cocktail der einen schon ein bisschen durcheinander wirbel und wenn das Usus wird, dann gute Nacht Gehirnstoffwechsel.


Nicht nur ich habe schlechte Erfahrungen mit AD gemacht, sondern viele viele Menschen. Werden zu vorschnell AD verordnet von denen man wirklich schwer weg kommt, wenn sich diese Frage überhaupt stellt.

Placebos werden eigentlich nur in Studien eingesetzt und man kann daraus schließen wenn sie wirken dass der Mensch durch seine Imagination alleine schon Heilungsprozesse in Gang bringen kann.

Ich plädiere für Eigenverantwortung , Schlaumachen, und dem eigenen Arzt auch kritisch gegenüber zu stehen. Wortwörtlich für einen mündigen Patienten.

Jetzt würde noch eine Pflegepersonaldiskussion folgend aber dann würde Bennis Thread entgültigt entthematisiert werden.


Was mir aber wichtig ist, dass ihr auf euer Bauchgefühl hörten solltest wenn ihr meint der Arzt zu dem ihr geht, nehme euch nicht ernst. Nimmt sich zu wenig Zeit kümmert sich mehr um den PC als euch in die Augen zu sehen. UNd zückt zu vorschnell den Rezeptblock und gibt euch ein AD  ohne Zuweisung für einen Therapeuten.

Benzos hin oder her, Sucht hin oder her. Man kann Sucht auf viele verschiedene Weisen leben, Zerstörerisch oder unterstützend. Dass Benzos süchtig machen können ist klar, aber dann dürften wir uns auch keinen PC mit Internet ins Wohnzimmer stellen.

Denn die Entwöhnung von einer Internetsucht ist auch nicht ohne.


In diesem Sinne Gute Nacht ich entferne mich von dem guten TEil

und gehe in den Wald


Lg Rubi

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« Antworten #13 am: 17. Oktober 2010, 18:59:15 »

Hallo Rubi,
wenn ich hier das Wort "Arzt" verwendet habe, meinte ich Psychiater/Neurologen.
Bis vor ca. 15 Jahren verschrieben Hausärzte eher Benzos, wie Tavor (oder noch früher Valium, das man so schön auf dem Löffel mit Wasser auflösen und dann spritzen konnte, es wurde ja deswegen dann durch Valeron ersetzt) als AD's, denn die kannten sie kaum.
Ein Hausarzt, der AD's verschreibt, wäre mir persönlich suspekt, denn wie bei jedem anderen Medikament, braucht es dazu eine gesicherte Diagnose (und das gilt genauso für Benzos).
Ich denke eine Überweisung an den Facharzt ist hier angebracht und kein Rezept.
Über Opiate möchte ich hier nicht diskutieren, denn ein Sterbender wird nicht mehr süchtig, ich halte sie dort als unverzichtbar, aber das war ja auch nicht das Thema hier.
Auch Coffein ist ein komplexer Stoff, nicht ganz natürlich, denn er wird durch das Rösten verändert, ich trinke auch einige Espressi am Tag und morgens schwarzen Tee, aber die Wirkung auf meine Psyche würde ich als gering einstufen.
Heroin/Methadon: Hier geht es nicht um die Wirkung, nicht um Hepatitis (saubere Spritzen kann sich eigentlich jeder beschaffen), sondern um ein soziales Problem. Der Drogenhandel soll damit ausgedünnt werden, die Beschaffungskriminalität verringert werden. Dass das nicht funktioniert, ist ein Problem der Gesellschaft. (Wenn Drogen verschenkt würden, würde es bald keine mehr geben, die Produzenten würden bankrott sein, denn der Markt wäre kaputt, so läuft das nun einmal, es ist ein knallhartes Geschäft).
Über andere Suchtpotentiale oder über Pflegepersonal - können wir gerne in einem anderen thread diskutieren. (Gerade Pflegepersonal ist ein wichtiges Thema, es ist oft überfordert und damit absolut nicht mehr heilungsfördernd).
Ich wünsche Dir Gutes im Wald und auch zuhause!
Liebe Grüße
Jürgen



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« Antworten #14 am: 17. Oktober 2010, 19:41:56 »

Hallo Jem

wenn ich das Wort Arzt verwende meine ich alle Ärzte. Fachärzte wie praktische Ärzte. Bei allen heißt es wachsam sein.
Natürlich dürfen auch Allgemeinmediziner psychotrope Medis verordnen, und jeder Arzt sollte die Symptome einer Depression kennen. (als zweihäufigste Erkrankung welche die WHO in den westl. Zivilisationsländern festgemacht hatte sollte die Depression nicht mehr nur einer Diagnosestellung durch den FAcharzt erfolgen, bei einer Mittelohrentzündung überweist er ja auch nicht zum HNO Arzt sondern gibt schleunigst ein Antibiotikum).
Der Espresso hat weniger Wirkung auf deine Psyche als auf deinen Körper. Probiers jetzt mal ohne. du wirst sehen was sich tut.
Also wenn Rösten schon unnnatürlich macht dann darfst du ja Kräutertee auch keinen mehr trinken denn durchs Kochen werden die wasserlöslichen Substanezn gelöst den Rest kannst du weg geben und schon ist es denaturiert, denn müsstest du die Brennessel grün essen...:-)

hilfe!!!

Was glaubst du warum haben Heroinabhängige Hepatitis?? Wegen dem SToff? Nein, Wegen der Nadeln.  WEnn du dein Heroin nicht hast hast du so ziemlich den schrägsten Entzug den es gibt, da suchst du nicht lange nach einer sauberen Nadel wenn du eine Odysee des Geld- und Stoffbeschaffenes hinter dir hast und dir die Galle schon hoch kommt.

Genauso wie AIDS durch verunreinigtes Besteck zu STande kommt, ein Mensch der sich gut ernährt, genügende Hygiene und Geld hat Heroin zu kaufenw wird ein gutes normales Leben führen können. Wird nicht früher oder später sterben als ein Normaler Mensch, der sich am Abend ein Bierchen hinter die Binde kippt.

Und das mit der Kriminalität geb ich dir voll Recht. Diese Beschaffungskriminalität müsste nicht sein, genauso wenig wie jemand als  Mensch zweiter Klasse abgestempfelt wird, wenn er nach einem Rezept für Benzos verlangt.

In Ö gibt es Valium, und Pschopax beide enthalten Diazepam als Wirkstoff eines ist flüssig das andere fest. Ich nehme an du meinst das flüssige zum Spritzen oder?



NIcht süchtig zu sein bedeutet für mich: einen Koffer packen zu können und damit auf und weg zu gehen und in einem ganz neuen Umfeld jederzeit ganz neu und anders anfangen zu können.



Ohne AD, ohne Cafe, ohne PC, ohne all die Dinge die uns davon abhalten kreativ und fröhlich zu sein.

Doch ich hab das GEfühl du verstehst eh nicht was ich sagen will, bzw. willst es nicht verstehen. Wenn dir das ein Psychiater sagen würde, würdest du wahrscheinlich brav mit dem Kopf nicken.

So schreibt es nur ein Forumsmitglied und das hat nicht dies elbe Gültigkeit.

Baba Rubina
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« Antworten #15 am: 17. Oktober 2010, 21:01:27 »

Hallo Rubina,
ich denke wir reden beide aneinander vorbei...
Jeder Arzt kann alles verordnen, das weiß ich auch.
Aber es gibt z.B. nur eine Mittelohrentzündung, aber tausenderlei Gründe für eine Depression.
Hier also die Indikation für ein Antibiotikum, dort aber der Facharzt zur Abklärung.
Warum denn nicht? Das ist keine Abwertung des Allgemeinmediziners, sondern es zeigt seine Verantwortlichkeit.
(btw: Espresso ist ein Spezialthema für mich, ich bin schon seit über 15 Jahren in entsprechenden Foren tätig. Beim Kräutertee mache ich einen wasserlöslichen Auszug der Stoffe der Pflanze, beim Rösten der Kaffeebohne bilden sich Phenole und eine Reihe anderer Substanzen und bei der Brühdauer hängt es dann davon ab, welche Stoffe dann in die Lösung = Kaffee kommen. Ich habe nicht behauptet, dass sie unnatürlich oder böse sind. Und: Ich kann auf Kaffee wochenlang verzichten ohne körperlich etwas zu spüren. Für mich ist Espressotrinken, die Zubereitung, mehr ein Ritual, das ist das "Psychische" daran...)
Die Rezeptur von Valium wurde in den 70er geändert (= Valeron, wird jetzt wieder als Valium gehandelt), weil die Tablette zerstossen mit Wasser vermischt auf dem Löffel über Hitze aufgelöst werden konnte und dann venös gespritzt heroinartige Wirkung hatte. Es gab damals immer wieder Einbrüche in Arztpraxen, um Valium zu erbeuten...
Ich habe keinen eigenen Psychiater, bin nur meist dabei wenn meine Frau bei ihrer Psychiaterin ist. Ich halte mich durchaus für kritisch.
Ich weiß nicht wie Du zu dem Schluss kommst, dass ich Deine Worte weniger achten würde, als wenn sie von einem Psychiater kommen würden.
Es ist hier ein Forum und Deine Worte haben das selbe Gewicht, wie meine, wie die von anderen Mitgliedern.
So denke ich...
Liebe Grüße
Jürgen

Und jetzt sage mir noch bitte was "Baba" bedeutet ;-)...


« Letzte Änderung: 17. Oktober 2010, 21:02:43 von JEM » Gespeichert

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« Antworten #16 am: 17. Oktober 2010, 21:57:51 »

Hallo JEM,

Zitat
Wenn Du z.B. über ein Jahr Tavor 1,0 eingenommen hast, müsste untersucht sein, wie Deine Verstoffwechselfähigkeit ist, d.h. wie der Wirkspiegel in Deinem Blut war. Es gibt Patienten, die erst mit doppelter Dosis den gleichen Wirkspiegel erreichen.

Was hat das damit zu tun ob eine Substanz abhängig macht oder nicht?
Die Dosis von 1mg/Tag ist die durchschnittlich verschriebene Dosis einer Anfangsmedikation.
Also nichts ungewöhlich leichtes...selbst wenn ich sehr gut verstoffwechsele, bleibt der Wirkstoff in der gleichen Menge in mir wie bei einem anderen Menschen, der die selbe Dosis bekommt...
und es ist ja der Wirkstoff, der süchtig machen soll!...und wenn ich den Wirkstoff so gut aufnehme müsste ich dann nicht eher schneller abhängig werden?

Zitat
Du selbst schreibst von "Gewöhnung", also gibt es dann auch eine "Entwöhnung".


Also wie gesagt: Bei mir gab es keine Entwöhnung!...obwohl ich mich schon sehr daran gewöhnt hatte, den Abend und die Nacht angstfrei zu verbringen...Ich habe irgendwann sogar angefangen die Einnahme der Tablette abends zu vergessen, weil ich meine Angst vergessen habe...

andererseits kenne ich persönlich Menschen, die einen elenden und langwierigen Entzug in der Klinik hinter sich haben...

Ach was...es ist ehrlich gesagt müßig, darüber zu debattieren...

Benzos können abhängig machen, die Gefahr besteht real aber es muss nicht zwangsläufig so sein!

Liebe Grüße
Anndra
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« Antworten #17 am: 17. Oktober 2010, 22:47:43 »

Hallo Anndra,
ich denke, dieser thread läuft immer wieder in falsche Richtungen...
Der Wirkstoffspiegel im Blut ist das Maß für die individuelle Wirkung.
Ich habe gesagt Benzos machen bei Dauermedikation schnell abhängig, ich habe aber nicht gesagt, man kommt nicht davon weg, ich habe es bei meiner Frau erlebt, dass es geht (war aber kein schönes Erlebnis...)
(Sie nimmt es heute noch als Notfallmedizin, wenn wir in den Urlaub fahren, sie hat Ängste beim Autofahren - 1 mg und es hilft ihr jedesmal)
Als sie es in der Klinik als Dauermedikation bekommen hat, wollte sie es irgendwann selbst nicht mehr einnehmen, weil sie gemerkt hat, dass das Leben an ihr vorbei läuft.
Du hast völlig recht, irgendwann wird das ganze hier nur noch ein akademischer Diskurs und hilft niemand wirklich weiter!
Liebe Grüße
Jürgen
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2010, 22:49:03 von JEM » Gespeichert

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« Antworten #18 am: 17. Oktober 2010, 23:34:49 »

Benny, zu später Stunde nur mal ein kurzes aber herzliches Willkommen.
Ich denke mal mit den Medikamenten sollte man sich entscheiden, entweder ein Teufelskreis mit einem Ausstieg oder einen ohne.
Der ohne kann auf lange Zeit dann zu  einem wirkliches aussteigen werden. Blinzeln
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« Antworten #19 am: 17. Oktober 2010, 23:37:57 »

@Fossy, da hier per PN von meiner Seite nischt klappt, wenn Du magst, sende mir mal eine zu, oder ne Mail, wir haben ja lange nix von einander gelesen  ;)
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