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Autor Thema: Bin meiner Angststörung dankbar  (Gelesen 1742 mal)
PSOG
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« am: 22. Juni 2011, 15:53:22 »

Hallo Zusammen,

ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Sebastian und ich habe jahrelang unter Panikattacken, Hypochondrie sowie einer generalisierten Angststörung gelitten. Ich habe eine ambulante Therapie sowie einen mehrwöchigen Aufenthalt in einer psychosomatische Klinik hinter mir.

Seit mittlerweile zwei Jahren geht es mir wieder gut, ich habe meine Angststörung hinter mir gelassen. Das war ein steiniger Weg, aber ich bin davon überzeugt, dass jeder wieder gesund werden kann.

Mittlerweile bin ich sogar dankbar für meine Angststörung. Das hat nicht etwa damit zu tun, dass ich nicht mehr wüsste, wie schlecht es einem geht, wenn man Panikattacken etc. hat. Im Gegenteil: Diese Erinnerungen sind immer noch sehr deutlich vorhanden.

Allerdings hat mich meine Angst dazu gezwungen, mich mit mir selbst zu beschäftigen und zu erkennen, dass ich mich nicht auf dem richtigen Weg befand.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Erfahrungen dazu beitragen kann, dass es anderen Menschen ebenso ergeht. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und einen ersten Schritt mit meinem Blog getan.

Euch allen wünsche ich ganz viel Kraft und lasst Euch versichern: Das wird wieder, auch wenn Ihr Euch das momentan nicht vorstellen könnt!

Viele Grüße.

Sebastian
« Letzte Änderung: 23. Juni 2011, 08:31:35 von Richard » Gespeichert

Ich habe Panikattacken, Hypochondrie und generalisierte Angststörung überwunden. Mehr dazu auf diesem Panikattacken-Blog.
Sister Moonshine
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Beiträge: 556



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« Antworten #1 am: 13. Juli 2011, 18:28:09 »

Hallo Sebastian,

ich möchte mich (auch im Namen aller, die nicht geantwortet haben;-) bei Dir bedanken für Dein Posting. Es ist leider so, dass , solange es einem schlecht geht, man den Zuspruch sucht und sobald es besser geht, braucht man ihn nicht mehr.
Das ist nur normal und verständlich.
Ich liege in den "letzten Zügen" meines Buches, das meine Krankengeschichte und deren Hintergründe darlegt. Und ich weiß, wie verdammt schwer es ist.

Danke für Deinen blog!
Ich wünsche Dir alles Gute und viiiiele Leser !!

Liebe Grüße,
Sister Moonshine
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    ~ Please help me to keep my mind open to the public ~
PSOG
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« Antworten #2 am: 13. Juli 2011, 22:26:43 »

Hallo,
vielen Dank für Deinen Kommentar!
Es ist ja vollkommen in Ordnung, dass man sich nicht länger mit seinen Ängsten beschäftigt, wenn man diese überwunden hat. Man kann sich auch zuviel damit beschäftigen. ;-)

Viel Erfolg mit Deinem Buch!

Viele Grüße.

Sebastian
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Ich habe Panikattacken, Hypochondrie und generalisierte Angststörung überwunden. Mehr dazu auf diesem Panikattacken-Blog.
Tightrope
Beginner
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« Antworten #3 am: 14. Juli 2011, 19:39:21 »

Hallo Sebastian,

Dein Blog ist interessant und macht Mut.
Ich habe ihn mal in meine Favoritenliste aufgenommen.
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PSOG
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« Antworten #4 am: 14. Juli 2011, 19:57:10 »

Hallo Tightrope,

danke für das Kompliment. Ich hoffe, dass mein Blog Mut macht und es gibt auch allen Grund dazu, auch wenn man das in schweren Stunden kaum glauben kann.
Der Weg ist vielleicht steinig, aber es lohnt sich.
Manchmal wird das Leben danach sogar besser als zuvor.

Alles Gute
Sebastian

PS: Dass man seiner Angst im Nachhinein dankbar ist, gilt selbstverständlich nicht immer. So habe ich leider noch niemanden kennengelernt, der für ein erlebtes Trauma dankbar war. Aber auch daraus gibt es einen Ausweg-
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Ich habe Panikattacken, Hypochondrie und generalisierte Angststörung überwunden. Mehr dazu auf diesem Panikattacken-Blog.
sitka
Gast
« Antworten #5 am: 19. August 2011, 12:22:10 »

??wie kann man um himmelswillen dankbar sein krank zu sein??

 Leide jetzt seit 6 Jahren an Agoraphopie mit Panikstörung dazu kam irgendwann schwere Depressionen, Magersucht und verdacht auf benzo abhängigkeit.

Natürlich gönn ich dir es voll das du wieder Gesund bist von ganzem Herzen aber du schreibst das als wüsstes du das es wieder gut wird?

Liebe Grüsse Sitka
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PSOG
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« Antworten #6 am: 19. August 2011, 13:38:27 »

Hallo Sitka,

wenn man krank ist, ist niemand dankbar. Wenn man diese Erkrankung allerdings überwunden hat, und diese dazu beigetragen hat, dass man ein zufriedeneres Leben führt, dann kann man IM NACHHINEIN dankbar sein.

Ich muss zugeben, dass Magersucht und schwere Depressionen noch einmal eine andere Sache sind, als eine Angststörung. Damit kenne ich mich auch nicht so gut aus. Zudem wird es bei diesem Mix nicht so einfach sein, herauszufinden, welche dieser Erkrankungen primär behandelt werden sollte.

So ist beispielsweise die schwere Depression und die Magersucht aus Sicht eines Arztes wohl das schlimmere Übel. Allerdings ist es nicht selten, dass Depressionen aus der Angststörung resultieren.

Eine Angststörung ist sehr gut zu behandeln und wenn diese die Primärerkrankung ist, bin ich 100 % sicher, dass es Dir bald wieder besser geht. Auch bei den anderen psychischen Störungen bin ich sehr zuversichtlich.

Das solltest Du auch sein. Nicht resignieren, offen sein für verschiedene Therapieansätze, gleichzeitig aber nicht mit aller Macht gegen die Krankheiten ankämpfen.

Das ist nicht so leicht und natürlich kann ich nicht mit Gewissheit sagen, dass es wieder gut wird. Die Chancen dafür stehen allerdings gut. Du wirst das schaffen!

Viele Grüße.

Sebastian
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sitka
Gast
« Antworten #7 am: 22. August 2011, 12:45:35 »

Hallo nochmals

Logisch hab ich nicht ganz das gleiche aber angefangen hatt alles mit Panilattecken, die weiteren Krankheiten kamen nach und nach dazu, ich kann nicht nur die Angst behandeln und die Depriss beiseite stellen...........

Und ja verstehn kann ich es immer noch nicht, find es schon eher bescheuert auch wenn ich vileicht irgendwann doch noch gesund werde soll, ich dankbar für die unentlichen qualen, arbeitslosikeit etc über Jahre..... Das ist eine Verschwendung ich wünschte nichts mehr als "normal" zu sein. Ich verabscheue diese Krankheit ich würde vorher jemandem den Tod wünschen als das............ Unentschlossen

du schreibst: Eine Angststörung ist sehr gut zu behandeln und wenn diese die Primärerkrankung ist, bin ich 100 % sicher, dass es Dir bald wieder besser geht.

Bist du Arzt oder Hellseher? Sie sind mit der Angstforschung noch nicht wirklich weit und das es sehr gut zu behandeln ist ist nicht so....sondern von Person zu Person unterschiedlich sonst gäb es wohl kaum soviele Angsterkrankte wenn es ja sooo einfach ist....... Platze gleich
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PSOG
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« Antworten #8 am: 22. August 2011, 13:17:08 »

Noch einmal: Ich bin bestimmt nicht dankbar für die erlittenen Qualen, sondern dafür, wie sich mein Leben durch die Angststörung im Nachhinein verändert hat.

Dass Du diese Krankheit verabscheust ist normal und doch ist es kontraproduktiv dagegen anzukämpfen. Ich kann das jetzt auch nicht in 2,3 Sätzen erklären.

Bin weder Arzt, noch Hellseher und will Dir einfach Mut machen. Du scheinst resigniert zu haben und gerade das solltest Du nicht. Dass Du Dich durch meine Äußerungen angegriffen fühlst, scheint mir zumindest ein Indiz dafür zu sein. Da es meine Absicht ist, anderen Mut zu machen, zu helfen etc (nichts anderes versucht ja auch ein Therapeut), Du dem Ganzen jedoch ablehnend gegenüber stehst, ist das vielleicht auch gegenüber dem Fachmann so.

Wenn man mit der Einstellung rein geht "Mir kann sowieso niemand helfen", dann ist das auch so. Sicherlich ist die Heilungschance von verschiedenen Faktoren abhängig, wie dem Ausmaß der Erkrankung, der Persönlichkeit des Betroffenen etc. Ganz wichtig ist jedoch auch die individuelle Einstellung.

Dass man mit der Angstforschung noch nicht sehr weit ist, ist nur bedingt richtig. Man weiß vielleicht nicht alles, aber schon sehr viel und hat unheimlich gute Erfolge vorzuweisen.

Ich kann Dich verstehen. Man möchte zwischendurch (vor allem wenn man Jahre darunter leidet) sagen "Ich könnt mich alle mal. Alles ist scheiße etc" Dennoch: Versuche einmal verschiedene Sichtweisen auf das Ganze nicht sofort anzugreifen.

Alles Gute!
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sitka
Gast
« Antworten #9 am: 23. August 2011, 17:40:51 »

schreib nicht so ein stuss über mich du kennst mich nicht....
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PSOG
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« Antworten #10 am: 23. August 2011, 18:57:21 »

Stuss? Ich habe lediglich Vermutungen angestellt und verstehe nicht, weshalb Du Dich angegriffen fühlst. Naja, damit möchte ich es dabei belassen.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe inständig, dass es Dir bald besser geht.
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JEM
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« Antworten #11 am: 23. August 2011, 21:54:37 »

Hallo Sebastian,

Du hast hier Deine Erfahrungen dargelegt, Erfahrungen aus denen Du Dir Deine Meinung gebildet hast.
Was für Dich gilt, was bei Dir geschehen ist, gilt für Dich, aber erst einmal nur für Dich.
Es ist aber nicht 1:1 auf andere übertragbar, den es gibt nicht nur einen Menschen auf der Welt, sondern es gibt nun einmal Milliarden verschiedene Menschen.
Du kannst von Dir erzählen, andere können es lesen, aber es ist vermessen Urteile über Forschungen zu fällen (z.B. über Angstforschung). Wenn Du die Literatur in den letzten fünfzig Jahren dazu verfolgst, wirst Du sehen, dass dort immer wieder vieles verworfen wurde und Neues erkannt wurde.
Ein ständiger Wandel, ein ständiges neues "Begreifen" ...

Hallo sitka,

Du hast gefühlt (leidvoll erfahren), dass Du in vielem anders empfindest als andere und setzt Dich damit auseinander.
Was Du aufzählst, ist einiges und es gilt die Gründe Deiner Ängste, Deiner Verweigerung Dir selbst gegenüber zu erkennen und daran zu arbeiten..
Das geht nur so gut, wie Du das machst und wie sehr Du Hilfe anderer annimmst, wenn Du es ganz alleine nicht mehr schaffst. Ich wünsche Dir eine gute Begleitung an Deiner Seite!
(btw: Einen Verdacht auf Benzo-Abhängigkeit gibt es nicht wirklich, denn sie machen immer abhängig, wenn man sie länger einnimmt).

Ich wünsche Euch beiden Gutes!

Jürgen


« Letzte Änderung: 23. August 2011, 21:56:32 von JEM » Gespeichert

Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
[Konrad Lorenz]
PSOG
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« Antworten #12 am: 23. August 2011, 22:20:19 »

Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deinen hilfreichen Kommentar.

Selbstverständlich ist das nur meine Meinung und meine Erfahrung. Das habe ich jedoch in meinen Posts auch als solche zu erkennen gegeben. Ich habe nirgendwo vermeintlich allgemein gültige Aussagen formuliert.

Über die Angstforschung kann man natürlich verschiedener Ansicht sein. Sicher wissen wir nicht alles. In der Wissenschaft wird immer einiges verworfen, Neues erfunden etc.
Hier geht es ja nicht um Mathematik und sicher gibt es nicht auch nur die eine Wahrheit.

Dennoch kenne ich mittlerweile sehr viele Leute, die mit Hilfe von Therapie ihre Angststörung losgeworden sind.
Vielleicht kennen wir längst nicht alle Faktoren, die zu einer Angststörung führen, aber so ganz erfolglos ist man mit der Heilung ja nicht. Deshalb bin ich der Meinung, dass gute Fortschritte gemacht wurden, und es somit nur bedingt richtig ist, dass man mit der Angstforschung nicht weit ist.

Meine Intention für den Eingangskommentar war einfach nur, anderen Menschen Mut zu machen. Das ist alles. Ich will hier niemandem auf den Schlips treten. Mir ist natürlich klar, dass jeder Mensch sowie die individuelle Krankheitsgeschichte höchst unterschiedlich ist und keine 1 zu 1 auf einen anderen übertragen werden kann.

Auch bin ich mir durchaus bewusst, dass längst nicht jeder im Nachhinein dankbar für eine überstandene Erkrankung ist. Deshalb spreche ich auch von mir, benutze das Wort "kann" etc.

Aber es ist doch ein Beispiel (eines von Vielen), das anderen Menschen Mut machen kann. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Viele Grüße.
Gespeichert

Ich habe Panikattacken, Hypochondrie und generalisierte Angststörung überwunden. Mehr dazu auf diesem Panikattacken-Blog.
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