angstkind71
Beginner

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« am: 08. Oktober 2011, 10:56:53 » |
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hallo , ich bin neu hier..habe kürzlich starke Verlustängste und damit verbunden eine Beziehungsabhängigkeit erkannt. heftig, damit umzugehen, da ich Anf. Juni bei meinem Freund in Bayern ausgezogen bin, - ich bin mit ihm runter nach Bayern, wo er herkommt - und zum Zeitpunkt des Umzugs hatte ich keine Ahnung von meinen Ängsten. war nun in einer Reha und habs jetzt schmerzvoll erkannt. evtl. kommen die Ängste von einem Krankenhausaufenthalt, als ich 7 Monate alt war und ca. 1 woche von allen isoliert, da ich anstecken war..und noch ne Woche so im Khaus. hab wohl das Urvertrauen nicht bekommen. hab mich vor 12 Jahren schonmal so getrennt, nachdem ich nachts eine Panikattacke hatte..hab den Typen damals sehr geliebt..wer möchte sich mit mir austauschen. danke.
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gitty
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« Antworten #1 am: 09. Oktober 2011, 17:32:22 » |
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Hallo angstkind71,
herzlich willkommen hier im forum! ich hatte schon als kind angst, meinen vater zu verlieren, und ich habe ihn, als ich 19 jahre alt war, verloren. er starb an einem herzinfarkt, mit 49 jahren. er war mein ein und alles. ich dachte immer, wenn es meinen vater nicht mehr gibt, dann bricht alles zusammen. weil er war ja derjenige, der mir liebe gab, der das geld verdiente, und ich wußte, wenn da kein geld reinkommt, dann haben wir nichts mehr zu essen. und ich würde nicht mehr es ertragen können, ihn nicht mehr zu haben. oder es entsteht schreckliches, den er war derjenige, der mich auch lieb hatte. meine mutter mochte mich nicht so sehr, sie war eher eifersüchtig auf mich, weil er mich so mochte. mein vater war selbstständig als zahnarzt, und es war damals immer so, dass mal mehr, mal kaum geld, zu verdienen war. es war dortmals nicht so einfach. als ich 25 jahre alt war, lernte ich meinen geliebten mann kennen, wir heirateten dann nach einem jahr des kennenlernens. dann kam eine offene herzoperation bei ihm, als mein mann 49 jahre alt war, und es kamen wieder die großen ängste zurück. also ich weiß wie verlassungsängste sind. ich hatte damals angst, meinen vater zu verlieren, und ich habe ihn ja dann auch damals verloren. aber umgekehrt, bei verlassungsangst, verlässt man den partner ja nicht. sondern mal bleibt eher bei ihm, sei was wolle. ist es bei dir nicht eher so, dass du mit dem mann nicht mehr zurecht kommst? oder lieber alleine bist, also eher das gegenteil, von verlustangst, sonst würdest du ja bei ihm bleiben. alles liebe gitty
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« Letzte Änderung: 09. Oktober 2011, 17:34:10 von gitty »
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Ein bisschen Güte von Mensch zu Mensch ist besser als alle Liebe zu Menschheit (Richard Dehmel)
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angstkind71
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« Antworten #2 am: 09. Oktober 2011, 19:03:41 » |
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liebe Gitty, danke für deine mail und Deine Offenheit. meine Verlustängste habe ich ja erst jetzt in meiner psychosomatischen Reha, nach meinem Auszug bei meinem Freund, erkannt. ich konnte mir nicht erklären, warum ich am Abend des Auszugs, als ich meinen Freund am Bahnhof abgesetzt habe - er hat den Umzug noch mit mir gemacht - so völlig durch den Wind war. ich fühlte mich wie über den Abgrund gefallen, aus dem Leben geworfen.. das alles waren meine Verlustängste, heisst, ich HÄTTE mich nicht trennen dürfen, ich wusste es aber nicht.. und nun will ich ja auch baldmöglichst zurück nach bayern, einen neuen tiefenpsychologischen Therapieplatz finden - habe in den letzten Jahren immer nur Verhaltenstherapie gemacht - und meine Ängste in den Griff bekommen, um wieder ein zufriedeneres Leben führen zu können. seit dem Auszug fühle ich mich "im falschen Leben"... der andere Punkt ist ja die Beziehungsabhängigkeit, von der ich nicht wusste. evtl. stellt der nächste THerapeut noch eine andere Diagnose..abhängige Beziehungsstörung oder so was..klingt schrecklich..
lieber Gruss. Chris
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gitty
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« Antworten #3 am: 09. Oktober 2011, 19:44:58 » |
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liebe chris. ich würde dir auf jedenfall auch raten, einen therapieplatz zu suchen. und dir helfen zu lassen. denn wenn du auch schon eine (oder mehrere?) panikattacke hattest, ist es immer gut, so bald wie möglich sich helfen zu lassen. nicht, dass es noch schlimmer wird. möchtest du wieder zu deinem freund zurück gehen? oder hindert dich etwas daran? wenn ja, was?
ich finde es ist auf jedenfall besser, man weiß, was vorliegt, wenn man eine diagnose hat. dann kann man sich helfen lassen, in der therapie, und man findet dann seinen weg wieder.
liebe grüße gitty
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Adeline
Juniormember
 
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« Antworten #4 am: 13. November 2011, 12:00:11 » |
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Hallo!
Das kommt mir alles ziemlich bekannt vor...
Ich habe letzte Woche gesagt bekommen, dass ich unter Verlustängsten und Beziehungsabhängigkeit leide.
Das würde erklären, warum ich bei meinem Ex-Freund geblieben bin, obwohl der mich richtig mies behandelt hat. Logischerweise hatte er total den Respekt vor mir verloren :-( und sich vorgestern von mir getrennt. Jetzt bin ich in ein tiefes Loch gefallen, genau davor hatte ich Angst.
Habt Ihr Erfahrung mit solchen Situationen? Oder / und Tips?
Viele Grüße Adeline
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angstkind71
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« Antworten #5 am: 13. November 2011, 18:08:46 » |
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hallo Adeline, dass sich Dein Freund nun getrennt hat, nach deiner "Diagnose" finde ich mies. das zeigt mir auch wieder, dass Männer überhaupt nicht bereit sind, sich mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. mein momentan-Ex hat mir gestern auch wieder gesagt, dass ich wohl besser mit einem Partner klarkommen würde, der so psychomässig drauf ist wie ich...dabei möchte ich mal wieder eine Zeit ohne Therapie klarkommen, aber nun - wenn ich denn endlich umgezogen bin und wieder arbeite - muss ich mur schnellstens eine neue Therapeutin suchen. und mir tut so weh, dass immer noch die Schuld des Verlassen-habens auf mir lastet...nicht mehr jeden Tag, aber gestern habe ich ihm wieder was vorgeheult... wieso hat dein Freund den Respekt vor Dir verloren..?? bei mir war es genau andersrum, ich habe in unserem Wohnort seit dem Winter diese Enge gefühlt, konnte aber nicht erklären, was es war, mein Freund hat gut für mich gesorgt, aber andererseits hat er mich ja auch gehen lassen nach dem Motto: "Reisende soll man nicht aufhalten", wenn ich mich dort nicht mehr wohlgefühlt habe, musste ich wohl gehen...damit komme ich heute noch schlecht klar.. Kopf hoch...ich schicke Dir ganz viel Kraft.. 
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JEM
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« Antworten #6 am: 13. November 2011, 19:33:15 » |
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Hallo angstkind71,
Männer setzen sich schon mit den Ängsten ihrer Partner auseinander, außer sie sind so total mit ihren eigenen Ängsten überflutet, dass sie eine Dumpfbacke sind. Aber sie scheuen sich oft Verantwortung zu übernehmen für etwas Langwieriges, was nicht gleich gelöst werden kann.
Trennung ist mies sagst Du. Du nimmst diese "Last" sogar alleine auf Dich. Hast Du die "Enge" nur durch den Wohnort gefühlt oder durch Deinen Partner? Hast Du es bei ihm angesprochen?
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
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angstkind71
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« Antworten #7 am: 13. November 2011, 22:03:24 » |
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hallo Jürgen, bei m. Partner/Ex-Partner habe ich aktuell auch den Eindruck, dass er Angst hat, dass er nochmal eine TRennung verkraften muss und tatsächlich auch keine Verantwortung für die Trennung bzw. für meine Depression übernehmen will, also von wegen "es sind immer beide beteiligt"..also definitiv Angst vor erneuter oder verfrühter Nähe...ich versuche, es zu transportieren, aber er blockt es ziemlich ab...er hilft mir, hier in Bayern wieder Fuss zu fassen, kann aber seine wahren Beweggründe noch nicht ganz verstehen..liebe grüsse, c.
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JEM
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« Antworten #8 am: 13. November 2011, 22:34:46 » |
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Hallo Chris,
wenn Dein (Ex-) Partner nicht für Deine Depression verantwortlich ist dann geht es darum wie er zu Dir steht und Du zu ihm. Ist Nähe für Dich mit Angst verbunden? Kannst Du sagen warum er Deine Angst nicht fühlt?
Ich wünsche Dir gute Gespräche!
Liebe Grüße Jürgen
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angstkind71
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« Antworten #9 am: 14. November 2011, 08:19:54 » |
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hallo Jürgen, ich weiss ja auch erst seit knapp 2 Monaten von meinen Verlustängsten und die haben wohl auch einen Teil Bindungsängste, also habe ich scheinbar schon ein Nähe-Problem, brauche aber generell viel Nähe... ob mein Ex mir diese Nähe nochmal geben kann, zumal er durch seine enge Bindung zu seiner Mutter auch wohl mit Bindungsängsten zu tun hat, würde dieses aber nie zugeben oder hinterfragen... gruss. chris
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