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Autor Thema: Grausam zu wissen  (Gelesen 1650 mal)
Rubina22
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« am: 11. Oktober 2011, 00:06:45 »

Hi alle


es ist echt grausam zu wissen dass die eigene Gebärerin darauf wartet dass ich mich umbringe, damit sie die trauernde MUTTER spielen kann.
Als ich sie fragte wie sie sich gefühlt hatte als sie mich aufder Intensivstation besucht (ich mehr tot als lebendig) sagte sie "wie die Jungfrau Maria; ich wusste jetzt wie die sich gefühlt hat als Jesus am Kreuze hing"...

Und es ist grausam zu wissen, dass niemand bemerken würde wenn ich geh. Es würde im Treppenhaus zu stinken beginnen, und irgendwann mal würde jemand die Tür aufbrechen und meine halb verweste Leiche finden...schöne Vorstellung. Und vier total abgemagerte, vielleicht auch schon tote, Katzen.

Blöde und grausame Vorstellung.

Also das möchte ich wirklich nicht. vorher möchte ich ein Buch schreiben und alles niederschreiben was ich so weiß, was ich nicht weiß, was ich erlebte, was ich gerne erlebt hätte, usw. usf.

Irgendein Ziel muss Mensch ja haben.........

Welche Ziele halten euch am Leben??


Lg Rubi
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« Antworten #1 am: 11. Oktober 2011, 18:32:57 »

Hallo Rubina,

geht es hier um Deinen Abschied oder um Dein Verhältnis zu Deiner Mutter?

Du hast damals Abschied genommen, von Deiner Tante, von Deinen Söhnen.

Beim Abschiednehmen kommt ein Augenblick, in dem man die Trauer so stark
vorausfühlt, dass der geliebte Mensch schon nicht mehr bei einem ist. (Gustave
Flaubert).

Das ist die eine Seite.
Aber es gibt auch noch die andere Seite...

Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der Zurückbleibende
leidet. (Henry Wadsworth Longfellow)


Ist Deine Mutter wirklich so histrionisch, wie Du sie hier beschreibst? Dass sie nur die
trauernde Mutter spielen würde? Was macht Dich da so sicher?

Meine Ziele, die mich am Leben halten?
1993 bekam ich im Rahmen der Voruntersuchungen zu einer OP am offenen Herzen
zusätzlich die Diagnose zu einer Krankheit in meinem Immunsystem (Plasmozytose).
Wenn bei dieser Krankheit Stadium 3 erreicht wird, ist dann die max.
Lebenserwartung (unter Chemotherapie) drei Jahre. Ich bin auch heute noch im
Stadium 2.
Ich versuche seither, mich noch mehr als davor authentisch weiterzugeben. Ich
arbeite jetzt auch nach meiner Pensionierung noch ehrenamtlich in der Lehrer- und
Schülerfortbildung an meiner Hochschule.
Ich versuche meinen Geist nach außen und nach innen offen zu halten.

Du willst nicht still und unbemerkt sterben, das hast Du mit Deinen Zeilen oben
gesagt.
Du willst nicht tot sein.
Sondern Du willst etwas tun.

Liebe Grüße
Jürgen

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« Antworten #2 am: 12. Oktober 2011, 17:05:45 »

Hallo liebe Rubina,

Du willst nicht den Tod, Du hältst nur gerade Dein Leben nicht mehr aus.
Das ist ein großer Unterschied.
Ich kann nicht mehr dazu sagen.
Aber bitte achte gut auf Dich und die, denen Du teuer bist.

Alles Liebe,
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« Antworten #3 am: 15. Oktober 2011, 23:44:35 »

Hallo Jürgen, hallo Sister

ja ich will den Tod nicht, ABER...

ABER...ich mag auch mein Leben, so wie es jetzt und schon jaaaaaaaaahrelang ist, NICHT.

Deshalb betrachte ich mich als Wandlerin zwischen den Welten, zwischen Leben und Tod.

Stehe ständig in der Grätsche.


****achtung was jetzt kommt triggert****










Ja und, es erscheint einem dann leichter zu sterben als sein Leben in andere Bahnen zu lenken.

Es ist verdammt schwierig die Energie aufzubringen wenn man jahrzehntelang destruktive Verhaltensmuster gelebt hat, das zu ändern...man,ICH, weiß nicht wie..WIE soll ich das ändern. Mit welcher Energie?? wenn es schon so viel Energie kostet den Tag nicht im Bett zu verbringen sondern aufzustehn. (und das tu ich weil meine Katzen Hunger haben...oder weil mir vor Durstgefühl schon schwindlig ist).

Den Weg des Sterbens zu gehen, ist nicht so schwierig. Zackbummbang hat man den Schritt getan und dann ist man alles los was einen quält.


Auch bei diesem Torwart aus Deutschland Bayern München (glaub ich) der vor ein paar Jahren Suizid begangen hat, war es so. Den Ausweg aus dem Leben das so unlebenswert und schmerzhaft geworden ist, lebendig zu gehen ist nicht in Sicht...


und so wählt man mangels Alternativen den Tod.


Auch die Aussage dass wenn jemand um Hilfe bittet, oder einen Versuch gemacht hat, es niemals wirklich TUN wird ist sowas von falsch!!!

ABER jeder hat auch die Freiheit es zu tun ohne gleich pathologisiert zu werden.

Denkt an die vielen jüdischen Mitmenschen die den Suizid einer totalen Demütigung dem unerträglichen Schmerz des Verlustes vorgezogen haben..

Schöne Nacht Rubi
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« Antworten #4 am: 16. Oktober 2011, 17:49:59 »

Hallo Rubina,

ein schweres Thema, deshalb möchte ich erst einmal Erich Fromm etwas dazu sagen lassen:
"... Hypothetisch können wir uns eine Kultur vorstellen, in der die Menschen keinen Wunsch nach Gemälden oder Brücken haben, wir können uns jedoch keine vorstellen, in der die Menschen nicht gerne leben. Der Mensch kann daher gar nicht anders entscheiden als leben zu wollen, unabhängig davon, was für Gedanken er sich über das Leben selbst macht. Der Suizid als pathologisches Phänomen widerspricht diesem allgemeinen Prinzip nicht. Die Wahl zwischen Leben und Tod ist eher ein scheinbares Problem als ein reales. Des Menschens wirkliche Wahl ist die zwischen einem guten Leben und einem schlechten.
Es ist interessant, hier die Frage zu stellen, warum unsere Zeit die Auffassung vom Leben als einer Kunst verloren hat... "

Du hast oben Deine Mutter angesprochen, sie hat Dich in diese Welt gebracht. Du findest ihr Verhalten gegenüber Deinen Ängsten nicht gut.
Du hast auch ein Kind in diese Welt gebracht.
Hast Du Dein Kind schon einmal zu seinen Ängsten befragt?

Lasse Dir doch nicht mehr destruktive Verhaltensmuster von anderen auferlegen, sondern versuche (Schritt um Schritt) Dich zu leben!
Das ist doch immer wieder einen Versuch wert - oder?
Ich wünsche Dir alle Kraft dazu!

Liebe Grüße
Jürgen


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« Antworten #5 am: 16. Oktober 2011, 17:50:49 »

Du hast recht Rubina, und ich würde einen schnellen Tod sicherlich diesem Leben in Unwürde vorziehen. Man bekommt jedoch jede Menge Steine in den Weg gelegt. Und ständig die Frage, ob es gegen die göttliche Ordnung vverstößt. Ich glaube doch gar nicht daran!
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« Antworten #6 am: 16. Oktober 2011, 23:04:07 »

Hallo Jürgen

ja sicher rede ich mit meinen Kindern, habe zwei auf die Welt gebracht, über ihre Ängste, Sorgen, Probs. Sie leben ja auch in der selben Stadt wie ich, und wir waren heuer zu dritt in Urlaub. Das war so schön!!! in einem fünfsterne hotel, es ging uns sooooooooooooooooooo gut und wir kamen zu dem  Entschluss dass wir für dieses Leben eigentlich geboren wären.
Nun zurück im Jammertal der Gegenwart plagen wir uns alle sehr und uns fehlt das dolce vita sehr.
wir leben alle drei recht substandardmäßig, und von der Hand in den Mund, damals hatten wir gerade genug Kohle um wegzufahren, und es uns wirklich gut gehen zu lassen (ein gütiger Mensch hatte uns dieKohle geschenkt...einfach so, einfach so.........ja das gibt es)

Ja das Leben ist eine Kunst, es lebenswert und würdig seiner selbst zu leben. Es ist DIE Kunst, die über allen Künsten steht. Ich hab sie nie erlernt. Meine Mutter, hach, sie ist mir nimmer wichtig, ich hab jetzt den Kontakt abgebrochen, seit zwei Monaten kein Wort mehr, wie fein. Wie befreiend.

Ich finde ihr gleichgültiges Verhalten gegenüber allem nicht gut. Das einzige was sie interessiert ist Schönheit, Jugendkult ...

Danke dass du mir die Kraft wünscht mein Leben Schritt für Schritt zu leben; KRAFT, ENERGIE...ja das kann Frau in Zeiten wie diesen gut gebrauchen!

Moonshine: ja das mit der göttlichen Bestimmung bzw. dem göttlichen Plan kenne ich und ich finde es ziemlich verlogen; kaum jemand aus der Esoszene glaubt WIRKLICH daran, vielleicht ist es ja auch der göttliche Plan dass ich heute vor die ....gehe??

Ein Witz oder??


Ich war mal bei einem Tierkommunikationskurs da hat die Veranstalterin gesagt bevor man ein Tier rettet das auf der STraße liegt soll man sich fragen ob es zum göttlichen Plan passt dass dieses Tier jetzt gerettet wird.

Aber dann gehört es ja auch zum sogenannten göttlichen Plan dass ich hier und jetzt DA bin, für dieses Tier. Oder??

Machs gut Sister, schlaf gut, du wirst sicher mit vielen Medis ruhiggestellt oder??

Mir wolltens ein Antipsychotikum spritzen damals vor einem Monat....oh meine Fresse, gott sei dank bin ich denen von der Schippe gesprungen.

Namaste Rubi
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« Antworten #7 am: 19. Oktober 2011, 19:51:15 »

Hallo Rubina,

Du erzählst von Deinen Kindern und eurem Urlaub, es ist schön, dass Ihr das gemeinsam erleben konntet. Jeder von uns ist für dieses "sorglose" Leben doch geboren, es steht uns zu!
Diejenigen, die es aus der Portokasse bezahlen können, schätzen es nicht, spüren es nicht, denn ihre "Sorgen" sind andere, es sind keine Sorgen, sondern es sind unbefriedigte Luxusbedürfnisse.

Noch ein persönlicher Gedanke zum Suizid:
Den eigenen Tod stirbt man nur.
Mit dem der anderen muss man leben.

Ich wünsche uns allen Gutes!

Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #8 am: 20. Oktober 2011, 16:55:44 »

liebe rubina,
wünsche dir einen guten tag.
mit ein bisschen freude am leben.
deine gitty
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« Antworten #9 am: 22. Oktober 2011, 04:42:16 »

Guten Morgen alle Lerchen, schlaft gut alle Eulen

Hallo Jürgen: ja das sorglose Leben; wir hätten uns diese sorglose LUXUS-Woche nur MIT Geld, also der Portokasse, leisten können. Francois Sagan sagte mal "wenn ich LIebeskummer habe macht es einen Unterschied ob ich in einem Rolls Royce weine oder an der Bushaltestelle"...

Wie ich diese Aussage interpretiere? Depressionen sind schlimm, Seelenmord ist grausam, aber wenn du reich bist als Depressiver Seelengemordeter dann hast du die besseren Karten doch nicht etwas aus deinem Leben zu machen als ein Mensch in der selben Verfassung der kein Geld hat. In Ö ist Therapie immer noch aus der eigenen Tasche zu bezahlen, auf andere kostenlose Therapiemöglichkeiten wartest du ewig oder der Therapeut ist einer der dir zugewiesen wird und du kommst ev. gar nicht mit demjenigen aus...

Ein sorgloses Leben; weißt du Jürgen ich meditiere gerade über die Zeit in der ich wirklich glücklich war. Und diese Zeit von meinen 47 Jahren kann ich (in Jahren gemessen) an einer Hand abzählen. Weißt du dass ich normalerweise ein humorvoller, geistreicher, unternehmungslustiger Mensch bin, der gerne tanzt, sich gerne schön kleidet, sich gerne mit Freunden trifft, die Natur liebt und am liebsten draußen ist.

Und heute lebe ich ein Leben das ZU Ist. Alleine, hungrig nach Zuwendung, hungrig nach Nahrung, nach Aufgabe, nach  Herausforderung, nach Kultur, nach Natur.......

und sehe doch kein Licht, es zu schaffen auch nur eines dieser Attribute für mich zu organisieren.

Stagnation. Resignation. Soziales Sterben.

Es gibt mich nicht mehr. Und es fällt niemanden auf, dass ich gar nimmer da bin.

Ich hätte gerne den Zeitpunkt gewusst an dem ich diesen Abstieg hätte ändern können, ob es je einen Zeitpunkt gegeben hätte für mich ALLEINE etwas zu ändern.

Manchmal hilft einem nur eine zweite  Hand, ein anderer Mensch und der war halt nie da, auch nicht damals als sie meine Seele mordeten. nachdem sie es nicht geschafft hatten meinen Körper zu zerstören.

Ja genau den eigenen Tod stirbt man nur, die anderen müssen damit leben.

Das heißt für dich wahrscheinlich das, dass es für die anderen wichtig ist dass man trotzdem lebt egal wie...oder??

Gitty danke für die lieben Wünsche!!

Rubi
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« Antworten #10 am: 22. Oktober 2011, 17:50:41 »

liebe rubina,
jürgen ist mein mann.
ich habe das glück, ihn zu haben.
er hilft mir schon seit jahren, über meine schwere depression hinweg zu kommen, und damit zu leben.
ja, ich habe das glück.

hast du gar niemanden, der dir helfen kann?
freunde, mann, oder irgendwelchen guten, lieben menschen.

aufjedenfall gebe nicht auf, mache keinen falschen entschlüsse.
weißt du, auch du selber hast viel wert.

und ja versuche dich schön anzuziehen, dir was gutes zu tun.

glaube nicht, ich wüßte nicht wie schwer das ist.
ich weiß es, ich lebe schon 10 jahre damit.
diese krankheit ist manchmal die hölle.
aber trotzdem, ich stehe immer wieder auf.

alles liebe und gute rubina
gitty
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« Antworten #11 am: 22. Oktober 2011, 23:13:48 »

Hallo Rubina,

auch in D musst Du Dich für eine ambulante Psychotherapie auf eine lange Warteliste setzen lassen (für Privatpatienten ist sie natürlich kürzer ...).
Weniger Wartezeit gibt es für einen stationären Klinikaufenthalt in offenen Abteilungen oder REHA-Kliniken, ich weiß nicht wie das in A ist.
Du deutest in Deinen Zeilen eine posttraumatische Belastungsstörung an, gerade da ist es besonders wichtig einen dafür geeigneten Therapeuten zu finden.
Du schreibst es selbst, dass Du gerne den Zeitpunkt wissen würdest wo Du den "Abstieg" hättest ändern können.  Ich denke, ALLEINE klappt es kaum, Du brauchst dafür professionelle Hilfe.
Ich wünsche sie Dir!

Ein sorgloses Leben bedeutet nicht automatisch auch ein glückliches Leben (sorglos bedeutet auch manchmal einfach nur gedankenlos ...).
Was Du bist als Mensch, das bist Du immer. Was sich in der Depression für Dich daran ändert, ist die Fähigkeit es zu zeigen, es zu leben und dadurch Dich zu erleben, Dich zu fühlen.

Du schreibst: Für andere leben, egal wie...
Oder jetzt von mir provokativ: Für Deine Kinder weiterleben, egal wie ...
Unser Leben ist weder ein Glücksspiel noch ein Geschäft, wenn es also um Leben oder Tod geht, müssen wir "berechtigte Chance" mit "reale Möglichkeit" übersetzen, wie klein oder groß diese auch sein mag.
Ich möchte nicht beurteilen, wann uns unsere Kinder nicht mehr brauchen, aber ich denke, dass es es ihnen immer wichtig ist, dass wir leben!

Liebe Grüße
Jürgen


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« Antworten #12 am: 23. Oktober 2011, 10:23:38 »

Hallo Gitty, lieber Jürgen

das ist ja schön dass hier ein Paar zu Wort kommt, und wie schön dass ihr euch habt!!!  Star Star

Also bei uns in A ist es so mit der stationären Situation, dass die Psychiatrien total überlastet sind und jeden wegschicken den sie nur können...(O-Ton "wir können nicht jeden retten" von einem Arzt in der psych. Abt.), der Bettenstand ist katastrophal, also viel zu wenig, und ich tu mir sowieso seeeeeeeeeeehr schwer zu vertrauen. Ärzten, Therapeuten, Psychiatern (es gibt nur einen niedergelassenen Psychiater dem ich vertraue aber den seh ich alle zwei Jahre mal, telefonieren tun wir aber alle halbe Jahre mal).

ER meint auch ich sollte in stationäre Behandlung geben und hat mir auch zwei adressen genannt. Am 23.11. hab ich ein Erstgespräch in einer Psychosomatik Klinik, und dann heißt es wieder ein halbes Jahr warten. Österreich ist ein kleines Land, und hat viele viele psychisch kranke Menschen. Es wird schon auch viel getan z.B. pro Mente macht wirklich viel für die Klienten aber das Problem bei mir ist, dass ich auch rausgehen müsste um mir einen Platz zu organisieren. Und präsent sein, und ich bin halt in der Nacht wach und tagsüber schlafe ich (seit gestern versuch ich wieder den Rhythmus zu normalisieren...und da geht es deprimäßig auch wieder bergauf).

Und nein Gitty ich hab mich so zurückgezogen in den letzten sieben Jahren dass ich Freunde vergrault, Arbeitsstellen verloren habe . Meine Kinder darf ich nicht mehr mit mir belasten, sie müssen frei sein für ihr eigenes Leben. Sie haben selber genug Probs, und ich versuche ihnen zu helfen, heute z.B. wo ich wirklich wach bin - jetzt schon - koch ich was für sie (sie leben ja schon alleine) und bin für sie da. (wenn sie das wollen vorausgesetzt) manchmal geht man den erwachsenen Kindern ja auch auf die Nerven,  Augen rollen Augen rollen

Wenn ich alleine wäre, würde ich einfach nach Indien oder Afrika fahren, für lange Zeit. Ich denke diese Kontinente bringen ein enormales WAchstumspotential...sich selber mal anders wahrzunehmen und von den Menschen dort zu lernen dass wir alle eins sind.

Als ich heute meditierte kam mir der Gedanke "denn sie wissen nicht was sie taten" in Bezug auf meine Eltern. Sie waren zwei grausame Kinder, die ein anderes Kind in ihren Klauen hatten und dort das auslebten was sie von ihren eigenen Eltern bekommen haben. Nichtbeachtung, Grausamkeit, Zurückweisung.

So wie in dem Film "das weiße Band"..habt ihr den gesehen?  da wird einem so vieles klar, was die autoritäre Erziehung, die Schläge und die Bigotterei angerichtet hat in der KinderERziehunge.

Schönen Sonntag Jürgen und Gitty

Rubi
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« Antworten #13 am: 23. Oktober 2011, 10:32:26 »

PS: ja Jürgen ich lebe für meine Kinder weiter, für meine Katzen an denen ich ganz schwer hänge, und auch dafür dass ich mich ja noch gar nicht erfahren habe, wie ich hätte sein können wenn ...

...wenn das alles nicht passiert wäre, was passiert ist.

Jetzt ist in A gerade so eine arge Geschichte aufgeflogen: Heimkinder am Wilhelminenberg in Wien sind zwischen den 50er und 80er Jahren sexuell missbraucht worden, mehr wie Tiere gehalten als pädagogisch betreut worden, teilweise an fremde Männer verkauft worden, (das Personal bekam Geld dass sie Kinder sexuell zur Verfügung stellten) usw. usf. Ganz ganz schlimme Dinge mit denen die Kinder dort konfrontiert worden sind. Viele bekommen jetzt finanzielle Entschädigung. Und als man eine Betroffene fragte sagte diese "mir ist die Entschädigung egal, ich will nur endlich eine gescheite Therapie bekommen". Das sagt ja vieles aus zur Therapiesituation in Österreich. Diese "Kinder" sind jetzt um die 50 Jahre, und haben die ganze Zeit mit diesem Thema gelebt Traurig Traurig Traurig oder sollte ich sagen vegetiert, denn viele haben sich in Alkohol und Drogen geflüchtet, sind Prostituierte geworden, haben sich umgebracht...

....und jetzt wird in A diskutiert die Verjährungsfrist aufzuheben, die die Täter ja schützt. Wenn die Tat zu lange her ist dürfen sie juristisch nicht mehr dafür belangt werden...und das ist meiner Meinung nach ein Hohn für die Opfer.

Das wollt ich unbedingt noch loswerden.

Verregnete Grüße aus Österreich

Rubi
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« Antworten #14 am: 23. Oktober 2011, 14:13:51 »

liebe rubina,

ja, jürgen war und ist meine große liebe.

leider konnte ich immer wieder lange zeit keine empfindung haben.
die depression nimmt einem immer wieder die freude, zuversicht und motivation.
wenn man ganz unten ist  kann man nur ums überleben kämpfen.

aber es lohnt sich, für den mann, den man liebt, oder die kinder die man hat.
habe eine ganz liebe tochter, und einen ganz lieben schwiegersohn.
2 enkelkinder, die auch ganz goldig sind.

aber in dem tief, in dem ich auch schon steckte, war es nicht möglich, an irgend jemanden zu denken.
man denkt nur, ich kann nicht mehr, weil man auch es nicht mehr aushalten kann, was man in sich erlebt, und aushalten muß.

aber ich kann nur sagen, es lohnt sich trotzdem.

möchte allen hier, denen es schlecht geht, und die meinen, dass es nicht mehr geht, mut und kraft zuschicken.
und hoffen, dass sie wenigstens einen menschen haben, der ihnen helfen kann.
so wie ich es erlebe.

aber man darf auch menschen, nicht damit überbelasten.
sonst gehen die dabei auch drauf und sind irgendwann genau so im loch.

deshalb einen geschulten, aussgebildeten menschen suchen, der einem zusätzlich hilfestellung gibt.

alles liebe
auch an alle, denen es schlecht geht
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« Antworten #15 am: 23. Oktober 2011, 15:17:22 »

Hallo Rubina,

es ist leider so, dass bei den niedergelassenen Psychiatern sehr lange Wartezeiten (teilweise ein Jahr und noch länger) vorliegen, das ist auch in D nicht besser. Deswegen nehme den Termin für das Erstgespräch unbedingt wahr, wenn Du es nur irgendwie schaffst! Ich denke, dass nicht unbedingt dann ein halbes Jahr Wartezeit vor Dir steht, sondern es wird nach Dringlichkeit entschieden. Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein gutes Gespräch!
Den Film "Das weiße Band" habe ich nicht gesehen. Aber es ist bekannt, dass Menschen, die in der Kindheit missbraucht wurden, später als Eltern auch zu Missbrauch neigen, es ist ein erlerntes Verhaltensmuster. Schon deswegen ist es wichtig, Missbrauchsopfer möglichst "jung" zu therapieren. Dies ist allerdings schwierig, da durch die Verdrängung die (depressiven) Folgen erst im mittleren Lebensalter nach "oben" kommen. Vorher sieht man es meist nur an ihrem Verhalten (Beziehungsstörungen u.ä.).
Der Missbrauch in dem Wiener Kinderheim war auch hier in der Presse, ein Fall von vielen rund um die Welt.
Die Verjährungsfrist aufzuheben ist wichtig, weil wie schon erwähnt, die Erinnerungen an den Missbrauch oft sehr spät kommen, aber es wäre nur eine Teillösung (die Verjährungsfrist besteht übrigens auch noch in D).
Es gibt beim Missbrauch aber noch eine weitere große Ungerechtigkeit:
Wenn ich als Autofahrer einen Unfall verschulde, bei dem jemand verletzt wird, werde ich dafür wie folgt bestraft:
1. Haft
2. Schmerzensgeld für das Opfer
3. Krankheitskosten
4. Folgekosten der Verletzung (z.B. bei Arbeitsunfähigkeit)
Ein ertappter Missbraucher wird nur mit 1 u. 2 bestraft (wobei das Schmerzensgeld immer ein Hohn ist - was ist eine verlorene Kindheit, ein dadurch verkorkstes Leben wert, wer will das festlegen???)
Er zahlt aber keinen Cent für Krankheitskosten und für Therapiekosten, sondern den zahlt der Missbrauchte selbst, den zahlt die Allgemeinheit.
Das ist ein weiterer Missbrauch durch das Gesetz - am Opfer, an der Allgemeinheit! Hier müsste dringend etwas getan werden!
Ich denke ein Gesetz, das den Missbraucher auch zur Übernahme dieser Kosten zwingt, würde viele potentielle Missbraucher (gerade in Institutionen) von ihren Taten abhalten, denn es würde sie später ruinieren.

Ich wünsche Dir viel Kraft Rubina!

Grüße aus dem sonnigen Schwabenland

Jürgen
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2011, 15:19:13 von JEM » Gespeichert

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« Antworten #16 am: 24. Oktober 2011, 08:25:26 »

Hi Gitty

danke für deine  Antwort. Ja man darf Menschen nicht damit überlasten, die keine Profis sind. 

Ich denke mit dem was ich habe, oder bin ist jeder normalsterbliche Mensch überfragt, überfordert. Ab einem gewissen Zeitpunkt bist du wirklich alleine und es bleiben nur mehr die Profis.

Aber auch wenn sich ein Normalo um mich bemühen würde, im realen Leben, ich könnte ihm/ihr nicht die Türe öffnen. Im wahrsten Sinne des Wortes (habe Leute eingeladen und mich dann unter der Bettdecke verkrochen ohne abzusagen oder sonst was...die Leute standen vor der Türe und es machte niemand auf!!  Verlegen Verlegen) und auch im Sinne von "das Herz öffnen". Menschen sind mir fremd geworden, Kontakt mit Menschen strengt mich an, das Alleinsein hat sich in mich gegraben, mich verändert,  ich denke auch dass diese Art zu leben, sich total abzusondern Synapsen und Strukturen im Gehirn verändert, (trotz Antidepressivum das ich nehme). Aber das witzige dran ist, und das gibt mir großen Trost, dass  wenn ich rausgehe und ich bin z.B. unter Leuten, und es ist Sommer, es mir sehr leicht fällt Kontakt zu knüpfen. Die Leute entdecken in mir eine gute Zuhörerin und verständnisvolle Frau und schütten mir oft ihr Herz aus, auch wenn sie mich zum ersten Mal sehen...

.. Huch Huch ja und ich stelle auch Fragen und signalisiere Interesse und dann sind sie nicht zu halten, die Menschen. Sie sind mir echt fremd und nah zugleich. Und ich denke, hoffentlich merken die nicht, wie arg ich drauf bin, wie anders ich bin, und hab Schuldgefühle weil ich sie so täusche.

...wenn die wüssten was für ein Monster die da vor sich haben, spür ich...ich komm mir so abartig vor und ich bin ja abartig, anders. So anders.


Ich kam mir ab meinem 16. LJ anders vor, das sind 30 Jahre, kann man 30 Jahre auslöschen??

Oft denke ich, ich bin verloren, es ist zu spät, ich werde SO bleiben! Es ist zu spät, ich habs versäumt. Es ist zu spät.

Und dann hab ich nur mehr Angst, vor dem was noch kommt, vor den Jahren, den vielen Jahren, die es noch zu überstehen gilt.

Ich muss jetzt aufhören

JEM isch schreib dir später , ich friere so

Rubi
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« Antworten #17 am: 24. Oktober 2011, 16:33:36 »

Hallo Jürgen,

nun die Antwort für dich.

nein ich meinte nicht die niedergelassenen Psychiater, die eine lange Wartezeit haben, sondern die Kliniken haben das. Also die psychosomatischen und die Subakuten Stationen. Mein Psychiater gibt mir schon immer im Laufe einer Woche einen Termin, nur ist er halt "nur" ein Psychiater. D.h. psychotherapeutische Betreuung bietet er nicht, sondern nur die medikamentöse Einstellung und ein feines Gespräch, und es geht mir danach auch gut, aber wirklich ändern tut sich dadurch, durch diese Behandlung nix. Ich glaub ich bin schon immun gegen sämtliche Antidepressiva dieser Welt. Vielleicht a klans Elektroschockal...(wienerisch ist das jetzt) und guat is. Ich hab eh eine kaputte Steckdose, vielleicht steck ich mal den Finger rein und schwups bin ich wieder gut drauf.  Clown

Ja bei den Missbrauchsopfern hast du recht im  Vergleich zu den Opfern im Verkehrsunfall. Und bei den Missbrauchsopfern ist die Dunkelziffer ungleich größer weil 1) das Opfer von einer Person von der sie abhängig war missbraucht worden ist (familiär) 2) das Opfer sich geniert ein Opfer zu sein!! 3) das Opfer bei psychischem Missbrauch gar nicht erst ein Opfer ist

dennoch bin ich dafür dass die Allgemeinheit sehr wohl auch dafür verantwortlich ist, denn wir leben in einer Wegschaugesellschaft. Die Zivilcourage ist immer noch zum Verzweifeln unterentwickelt, Lehrer sind überfordert und sind froh wenn sie nicht zusätzlich was zu tun bekommen, Nachbarn und Bekannte ..jeder lebt in seiner eigenen Welt, und wenn man hilft leidet man unter einem "Helfersyndrom".

Wer hat bitte dieses Syndrom erfunden??? Ich denke das ist eine Erfindung, ein Syndrom das es nicht gibt. einer der hilft, hilfsbereit ist, passt nicht ins Egoschema, und schwups " er leidet unter dem Helfersyndrom"...

Außerdem sind wir alle eins: will heißen die Gesellschaft ist so  stark wie ihr schwächstes Glied.

Jetzt hab ich beim Kriseninternventionszentrum angerufen, und die meinen ich sollte sofort in ein Spital gehen; ich versprach der Ärztin jedoch sicher keinen S. zu machen, was ich auch halten werde, und war erstaunt dass sie meine Situaiton so tragisch einschätzt.

Die Isolation und das was war und KEINE stationäre Aufnahme, sie war sehr verwundert.  Unentschlossen

Ja, auch ich, also ich werde jetzt was tun, unbedingt...

Danke fürs Lesen
schönen Abend euch beiden
Rubi
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« Antworten #18 am: 24. Oktober 2011, 17:58:09 »

Hallo Rubina,

Dein Psychiater könnte Dir fachlich auch eine Therapie bieten, aber es fehlt ihm die Möglichkeit dazu. Das ist die traurige Tatsache, denn er hat nur begrenzte Zeit für seine Patienten.
Die Situation in D sieht so aus (und ich denke in A ist es ähnlich):
Seit der Gründung des "Gesundheitsfonds" 2009 erhalten Nervenärzte, Neurologen und Psychiater für eine dreimonatige Patientenbehandlung pauschal 53 €.
Für ein EEG bekommen sie 24,86€, für eine dopplersonographische Hirndurchblutungsmessung 28,35€.
Für ein ein 10- bis 20-minütiges Behandlungsgespräch erhalten sie 13,48€ ...
Reparaturen an Autos sind also deutlich kostspieliger, als solche an Seelen!
Die Steckdose in Deiner Wohnung hat die falsche Frequenz für einen Elektroschock, also lasse besser die Finger davon  Zwinkernd
Missbrauchopfer fühlen sich meist mitschuldig, deswegen die Verdrängung und die Scham. In Wirklichkeit wurden nur ihre (kindlichen) Gefühle missbraucht, pervertiert und niedergetrampelt.
Das "Helfersyndrom" ist nur dann ein "Syndrom", wenn es ausschließlich dazu dient anderen zu helfen, man aber nicht dazu bereit ist Hilfe anzunehmen.
Bitte bleibe dran, kümmere Dich um Dich, versuche in eine Klinik zu kommen, lasse Dir helfen!

Einen schönen Abend auch für Dich
Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
[Konrad Lorenz]
gitty
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« Antworten #19 am: 24. Oktober 2011, 18:51:11 »

liebe rubina,

weißt du, man kann schon als nicht ausgebildeter psychotherapeut helfen, aber meist, aus meiner erfahrung, geht es einem dann sehr unter die haut. auch braucht es dann sehr viel zeit, demjenigen zu helfen.
deshalb ist halt einer mit abstand, der es beruflich macht, einfach besser.
man braucht auf jedenfall zusätzlich einen psychologen.

habe auch schon viel anderen geholfen, aber es hat mich dann selber runtergezogen.

es ist sehr traurig, dass liebe menschen zu dir kommen wollten, und du sie nicht reinlassen konntest, aber ich kann dich verstehen.

dass du ein monster bist, kann ich nicht glauben.
du bist einfach nur krank. das sieht man halt leider nicht so einfach wie ein gebrochenes bein z.b.

übrigens ich friere gerade auch immer innerlich, mache dir ein bettfläschchen und lege es dir auf den bauch, das hilft sehr, auch psychisch.

und noch was, versuche einmal avena sativa urtinktur, ein rein pflanzliches mittel. 
das ist sehr beruhigend, wenn es einem schlecht geht, man nicht mehr kann.

nun einen schönen entspannten abend wünscht dir
gitty
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Ein bisschen Güte von Mensch zu Mensch ist besser als alle Liebe zu Menschheit (Richard Dehmel)
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