Adeline
Juniormember
 
Beiträge: 16
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« am: 08. Dezember 2011, 04:28:32 » |
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Hallo,
meine Ex-Freund hat BL. Es hat schon oft Schluss gemacht, dann war er wieder da, teilweise sehr verzweifelt. Ich lasse mich immer wieder einfangen, fühle mich für ihn verantwortlich, verzeihe ihm übelste Beschimpfungen und Grobheiten, weil er ja "krank" ist. Zur Zeit geht es mir sehr schlecht. Wie kann ich einen Schlussstrich ziehen? Ich habe mittlerweile viel zu seiner Krankheit gelesen (danke JEM! und Bücher hab ich noch gelesen), aber auch wenn ich weiss, warum er sich so verhält, muss ich es dann aushalten? Eine Therapeutin sagte mir, es sei eine Co-Abhängigkeit entstanden. Ich will da raus!!! Aber ich weiss nicht wie! Ich spüre richtig körperliche Entzugserscheinungen! Kennt das jemand?
LG Adeline
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Sister Moonshine
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« Antworten #1 am: 08. Dezember 2011, 16:36:47 » |
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Hallo, Adeline,
meinst Du mit BL Borderline?
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~ Please help me to keep my mind open to the public ~
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Adeline
Juniormember
 
Beiträge: 16
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« Antworten #2 am: 08. Dezember 2011, 18:45:48 » |
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Ja, sorry, meine Borderline!
LG Adeline
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JEM
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« Antworten #3 am: 08. Dezember 2011, 21:15:37 » |
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Hallo Adeline,
aus der Co-Abhängigkeit kommst Du nur raus, wenn Du bestimmte Muster nicht mehr unterstützt, denn damit hilfst Du Deinem Freund nicht weiter. Du schreibst "ich lasse mich immer wieder einfangen" - was fängt Dich denn ein, was gibt er DIR Besonderes, damit Du darin gefangen bist? Ist es das Gefühl, dass Du für ihn sorgst, weil er krank ist? Wieviel kannst Du für Dich selbst davon mitnehmen, für Deinen Alltag, für Dein Bestehen vor Dir selbst? Sollte der Mensch nicht eigentlich im Leben, in einer Beziehung, nicht gefangen, sondern frei sein? Du spürst körperliche Erscheinungen, also wohl psychosomatische Symptome. Deswegen wäre es wichtig, dass Du weiterhin professionelle Hilfe in Anspruch nimmst. Lasse Dich begleiten, lasse Dir helfen!
Liebe Grüsse Jürgen
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« Letzte Änderung: 08. Dezember 2011, 21:18:01 von JEM »
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
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Adeline
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Beiträge: 16
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« Antworten #4 am: 10. Dezember 2011, 10:38:40 » |
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Hallo Jürgen,
Danke! Ich glaube ich habe in den Durcheinander von in den Himmel gehoben werden und abgrundtiefer Abwertung den Überblick verloren. Was mich hält oder hielt ist das Gefühl absolut geliebt zu werden. Ich war seine erste Beziehungspartnerin (er ist 38 Jahre alt!!), er sagte er habe Angst, aber für mich wolle er es wagen. Das Gefühl etwas ganz Besonderes für ihn zu sein, Mitleid, Mitgefühl, Sentimentalität und Helfersyndrom sind schätz ich mit verantwortlich dafür, dass meine Liebe so lange aufrecht erhalten blieb, oder besser meine Abhängigkeit. Ja, ich habe ein unglaublich schlechtes Gewissen ihn allein zu lassen!!! Wie kann ich jemanden fallen lassen, der sagt er will sich umbringen, der sich an mich klammert wie ein Ertrinkender (nicht als Metapher gemeint, echt an mich geklammert und geheult, geschluchzt, er wisse doch auch nicht, warum er so sei...).
Nächste Woche habe ich den nächsten Termin beim Therapeuten.
Liege krank im Bett, ist aber auch eine fette Erkältung, also nicht nur Liebesentzugserscheinungen, obwohl ich denke, mein Immunsystem ist grad voll im Eimer...
Morgen sehe ich ihn. Oje, wie ich mich wohl danach fühle?!?!? Soll ich ihn lieber nicht treffen? LG Adeline
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JEM
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« Antworten #5 am: 10. Dezember 2011, 15:44:52 » |
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Hallo Adeline,
Dein Betreff bei diesem Beitrag mit dem Wort "Schlussstrich" erinnert mich an einen Songtitel: Let's pretend it didn't happen Mike & The Mechanics Aber man kann sich nicht vortäuschen, etwas wäre nicht geschehen, wenn man es selbst erlebt hat. Also gibt es im Leben keinen (wirklichen) Schluss, es gibt nur eine Verarbeitung, eine Einordnung, um das "Erlebte" in unserem Leben zu ertragen. Du nennst selbst die Punkte, die Dich in der Lage hielten die Beziehung nicht zu beenden, aber jetzt schaffst Du es wohl nicht mehr das abzuliefern, Du bist über die Einseitigkeit her verbraucht. Wenn Dein Freund Borderliner ist, liegen bei ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit traumatische Erfahrungen in der Kinder- bzw. Jugendzeit vor. Du schreibst, dass Du seine erste Beziehungspartnerin bist - hatte er früher gar keine Kontakte oder wurde er nur immer schnell "verlassen"? Den Termin morgen kannst Du wegen Deiner Erkältung leicht absagen, das schafft Dir dann Bedenkzeit. Nächste Woche kannst Du dann bei Deinem Therapeuten dann dieses Thema ansprechen, mit ihm besprechen. Ich wünsche Dir eine gute Besserung - körperlich und seelisch!
Liebe Grüße Jürgen
P.S.: Wichtig - alles was ich hier geschrieben habe, ist meine Meinung, ich möchte mich nicht in Dein Leben einmischen, Dir etwas vorgeben ...
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Adeline
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Beiträge: 16
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« Antworten #6 am: 11. Dezember 2011, 00:19:00 » |
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Hallo! Danke, nee kein problem, ist ja keine Einmischung wenn ich um Rat frage. Ich bin ja selber dafür verantwortlich, welchen Rat ich in meine Überlegungen einbezieh und welchen nicht  . Er hatte mal für so zwei bis drei Monate jemanden vor ein paar Jahren, er meinte aber das sei keine 'ernsthafte' Beziehung gewesen. Mehr wollte er nicht erzählen. Seine Familie hat mich als erste Freundin von ihm kennen gelernt. Ja, das mit den traumatischen Erlebnissen passt. Das mit dem Schlusstrich war gemeint als Bremse, als Stop in der Achterbahn. Bin total k.o.... Habe für morgen abgesagt. War hart, er war sehr traurig, bin aber dabei geblieben. Er war so lieb und nett, als hätte es seine harten Worte beim letzten Treffen niemals gegeben. Er will ohne mich nichts unternehmen, will warten bis ich wieder fit bin. Schwupps, da hat er mich fast wieder.... LG Adeline
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JEM
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« Antworten #7 am: 11. Dezember 2011, 17:54:24 » |
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Hallo Adeline,
wenn sich Dein Ex-Freund wirklich umbringen will, wirst Du ihn nicht davon abhalten können, wenn er nicht selbst professionelle Hilfe akzeptiert und dabei ehrlich mitarbeitet - und es wird dann ein langer Weg für ihn - und auch für Dich, wenn Du in mitgehen willst, mitgehen kannst. Es geht hierbei um Jahre ... Das klingt jetzt hart, aber so ist nun einmal die statistische Realität. Ich kann Deinen Ex-Freund nicht beurteilen, wie er einzuordnen ist, wie tief seine Traumatisierung ist und was danach daraus genau entstanden ist. Aber Du musst Dir jetzt darüber klar werden, ob er wirklich Dein Ex-Freund ist oder ob Du Dich weiterhin aufopfern willst. Jetzt im Moment vermittelst Du hier den Eindruck, dass Du das einfach nicht mehr kannst. Du musst Dich jetzt auch um Dich sorgen, Dein Helfersyndrom umlenken auf Dich selbst (ist schwierig, ich weiß das).
Ich wünsche Dir Gutes! Jürgen
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