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Autor Thema: Weihnachten war eine Enttäuschung!  (Gelesen 1677 mal)
Bimas
Juniormember
**
Beiträge: 11


WWW
« am: 25. Dezember 2004, 20:17:21 »

Hallo!
Ich bin erst seit einer Woche in diesem Forum angemeldet, und schon bin ich froh, dies getan zu haben, denn ich bin seit gestern sehr geknickt....
... Mein Freund und ich sind zu meiner Familie gefahren, die etwa anderthalb Stunden von uns entfernt wohnen, um mit ihnen Weihnachten zu verbringen! Nach der Bescherung saßen wir gemütlich im Wohnzimmer, redeten über die verschiedensten Sachen - Und beim Thema Arbeitsplätze meinte mein Freund plötzlich zu mir, daß ich die Fehler auch bei mir suchen müßte (da ich schon zwei verschiedene Praktikumsplätze in diesem Jahr hatte und beide Male nicht übernommen worden bin).... Ich war dann natürlich stinkig und habe mich in das Zimmer meiner Brüder verkrochen.... Irgendwann kam meine Mutter und fragte mich, warum ich nicht wieder rüber kommen würde - Und ich tat es: Ich setzte mich zu ihnen zurück....
... Und dann fing meine Mutter an: "Ihr macht nicht gerade den Eindruck, als wenn Ihr zusammen sein würdet!"
Ich dachte mir, daß man über sowas nicht am Heiligen Abend reden müßte - Aber meine Mutter hörte nicht auf - Aber letztendlich schien das Thema meiner Praktikumsplätze unwichtig, es kamen immer neue Themen, z.B. daß ich als 24jähriger noch so kindische Interessen hätte (was auch stimmt, aber wenn es mir Spaß macht, Monopoly-Junior zu spielen oder "Puschel, das Eichhorn" im Fernsehen zu sehen) oder daß ich keine Nachrichten gucken und mir meine eigene kleine Traumwelt machen würde....
... Ich habe dann gesagt, daß mich solche Sachen wie die Überschwemmung in Dresden (wo der Elefant im Zoo erschossen werden mußte), der 2jährige Junge, der einen tötlichen Stromschlag an einer Lichterkette erlitt, geschweige vom 11.9. immer sehr depressiv machen, mich fertig machen und es mir Magenschmerzen bereitet, wie es in unserer Wirtschaft aussieht, wie unwichtig wir den Politikern zu sein scheinen, wie schlecht die ganze Welt sein kann und mir doch sowieso die Hände gebunden sind, und ich einfach nur froh bin, in den letzten 2 Jahren ohne jeder Art von nachrichten glücklich gewesen zu sein....
... Nein, ich muß eine Therapie machen, ich Brauche Hilfe - Sagt meine Mutter! Tja.... Seit zwei Jahren war ich glücklich: Keine Therapie mehr für Alkoholiker (ich weiß, hört sich blöd an für einen 24jährigen, ist aber auch eine lange Geschichte, die mit Depressionen zusammenhängt), und jetzt wird mir auf Deutsch gesagt einfach so eingeredet (?), daß ich irre bin? Hat doch niemanden gestört, daß ich in der Wirtschaft nicht auf dem Laufenden war!? Aber das Argument: Ich muß mich ja auch normal mit anderen Leuten unterhalten können.... Tja, was soll ich davon halten? Das Thema war dann irgendwann beendet, und mein Freund zog immer noch ein schlecht gelauntes Gesicht´, und irgendwann fragte er mich sogar, ob er vielleicht nach Hause fahren solle.... Da hab ich ihm (wie schon öfter an dem Abend) gesagt, daß er mir schon sagen müßte, was er von mir erwartet, weil er der Meinung war, daß ich ihm auf der Nase rumtanzen würde und es somit offensichtlich nun sogar schon falsch war, gar nichts mehr zu sagen.... Ich meinte dann auch zu ihm, daß ich selbst erstmal verkraften müßte, und wenn er keinen Bock mehr auf mich hätte, müßten wir unsere Wohnung eben kündigen - Offensichtlich schien das ein Zauberwort für ihn zu sein, als ginge es ihm nur darum, daß nicht er, sondern ich der Böse bin, der unsere Beziehung beenden will, denn er sagte dann: "Gut, wenn das Deine Entscheidung ist, werde ich jetzt fahren!"
Da meinte ich: "Gut, ich komme mit"
Und er: Nein! Ich nehme Dich nicht mit"
- "Und ob Du mich mitnimmst!"
Da stand er auf und wollte gehen, und ich stand auf und packte ihn am kragen, denn von meinem Exmann wurde ich damals auch auf die Straße gesetzt (dieser schien sich nämlich damals einen Spaß draus zu machen, daß ich auf ihn angewiesen war) - Jedoch sind wir BEIDE im Mietvertrag eingetragen, und mich nicht mitzunehmen ließ mich eben durchdrehen....
.... Mein Vate (der sich damals mit jedem geprügelt hat, der ihm irgendwie dumm kam) hat meiner Mutter, die dann reinkam, natürlich nur erzählt: "Benny hat ihn angegriffen!"
Und da war mir klar: Das sind doch alles nur XXXXXX, dire sind alle nur grundsätzlich gegen mich
Ich hab blitzschnell die Wohnung verlassen und einige Stunden der heiligen Nacht auf der Straße im Regen verbracht....
.... Als ich wieder kam, wollte mein Freund tatsächlich gerade fahren.... Wäre ich 5 Mi. später gekommen, wäre das für ,mich das eindeutige Ende gewesen!!!
Tja, und nun? Wir sind noch in der Nacht nach Hause gefahren und haben uns wieder versöhnt.... Allerdings habe ich das Gefühl, daß etwas in mir gestorben ist.... Ein Teil meines Charakters wird mir befohlen, ich werde also nicht so geliebt, wie ich bin, ich setze mich etwas aus, das mich tottraurig macht, damit andere das erreicht haben, was sie wollten, obwohl sie nichts davon haben.... Und ich bin an allem Schuld: ich bin der Psycho, der nur Ärger macht.... Mein Freund wird mich nie wieder so erleben, wie er mich kennengelernt hat - Das hab ich ihm schon innerlich versprochen!
So, das mußte mal raus.... Ich hoffe, Ihr hattet ein schöneres Weihnachten!
Benjamin
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Umfrage über Homosexualität auf meiner Homepage: http://www.bimashomosexualitaet.de.vu
wolfgang  
Gast
« Antworten #1 am: 25. Dezember 2004, 21:22:29 »

Hallo Bimas,
es kommt sehr oft auf die Erwartungshaltung an so ein Fest wie Weihnachten an. Wenn man von einem Friede-Freude-Eierkuchen Fest ausgeht und es kommt dann zu Spannungen, dann ist natürlich die Stimmung weg.
Übrigens auch morgen ist noch Weihnachten.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Fran
Stammposter
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Beiträge: 196


« Antworten #2 am: 26. Dezember 2004, 16:27:22 »

Hi Bismas,
lass den Kopf nich hängen, bleib wie du bist, solange du nicht darunter leidest, müssen die andern auch versuchen, damit umzugehn.Und wenn du mit 40 noch "Puschel das Eichhörnchen" guggst...es ist dein Ding.

Und das was in dir gestorben ist, kann ich auch verstehn, aber ich denke wenn du deinem Freund erklärst, was du denkst und fühlst, wird er dich bestimmt verstehn.Ich schick dir ganz liebe Grüsse Fran....Smiley
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Bimas
Juniormember
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Beiträge: 11


WWW
« Antworten #3 am: 27. Dezember 2004, 08:45:48 »

Seit dem heiligen Abend sind 2 Tage und 3 Nächte vergangen, und ich komme mir nur noch verarscht vor.... Gestern waren wir bei der Schwester von meinem Freund zum Essen eingeladen, und als ich mich auf der Couch bei ihm anlehnen wollte, sagte er: "Nicht so auf die Pelle!"
Ist ja schon allgemein sehr schmerzhaft, sowas vom eigenen Freund gesagt zu kriegen - Aber dann noch nach dem Streit bei meinen Eltern, wo es ja hieß, daß ich nicht auf ihn zugekommen bin, nicht den ersten Schritt gemacht habe, ihn links liegen gelassen habe!? Und gestern Abend, als wir im Bett lagen und mein Freund sagte, daß wir langsam schlafen sollten, habe ich mich ganz an den Rand des Bettes gelegt (wie ich es wohlbemerkt immer mache, weil es ihm ja sonst immer zu heiß wird, ihm irgendwas juckt oder ihn meine kalten Füße stören), und da fragte mich mein Freund, warum ich so weit von ihm weg liegen würde! Als ich mich dann an ihn ranlegte und ihn umarmen wollte, meinte er: "So weit nun auch wieder nicht!"
Ich versteh das alles nicht!!!
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LadyDabandi
Schreibe oft hier
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Beiträge: 59


« Antworten #4 am: 27. Dezember 2004, 13:13:32 »

Hallo Benjamin,
ich würde Deine unguten Gefühle nicht dem verpatzten Weihnachten zuschreiben, sondern eher vermuten, dass in Eurer Beziehung einiges nicht (mehr) stimmt. Wenn Du das Gefühl hast, Dich selbst, Deine Wünsche und Bedürfnisse hinter denen des Partners zurückstellen zu müssen, um von ihm angenommen und geliebt zu werden, kannst Du das auf Dauer nicht ertragen. Das kann so keine wirkliche Liebe sein, denn die Liebe, die jeder von uns sucht, würde den anderen so annehmen wie er ist, mit allen positiven Seiten und auch den kleinen Macken, die ja auch jeder von uns hat.
Ich glaube, im Grunde Deines Herzens weißt du das auch alles selber, nur Deine Angst, ihn endgültig zu verlieren, ist noch zu groß, und darum magst Du diesen Gedanken nicht zu Ende denken. Aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass Du mit diesem augenblicklichen Zustand nur unglücklich werden kannst. Es kann einfach nicht gut gehen, wenn Du Dich für jemand anderen selbst aufgibst. Denk mal ganz in Ruhe darüber nach. Und eines kannst Du mir glauben, es gibt auch für jemanden, der Dich von Herzen so liebt wie Du bist. Du hast ihn nur noch nicht gefunden.
Ich denk an Dich
Bärbel
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Wenn du dich der Sonne zuwendest, fällt dein Schatten hinter dich.
Rua
Gast
« Antworten #5 am: 27. Dezember 2004, 20:55:16 »

Hallihallo !

Ich schließe mich meinem Vorschreiberling an: Vermutlich liegen schon seit einiger Zeit  ein paar Dinge im Argen, was das Verhältnis zu deinem Freund  und das zu deiner Familie angeht. Weihnachten war wohl nur ein Auslöser und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Es dauert lange, bis man nicht nur vom Kopf her weiß, daß man so sein soll und darf, wie man ist, um glücklich zu sein, und es klappt nur über positive Erfahrungen, diese Haltung zu verinnerlichen.
ich mußte auch erst ziemlich abstürzen, um (zugegeben mit professioneller Hilfe) zu lernen, daß es nichts bringt, wenn mich Jemand mag, weil ich versuche, seine Erwartungen zu erfüllen.

Meine Psychologin drückt es etwas drastischer aus: Wenn Dich jemand nicht mag, so wie Du bist, dann passt er/sie nicht zu Dir, und besser, man findet das früher als später heraus.
Das ist hart, aber dafür ist es umso schöner, wenn man dann so ist, wie man ist, mit allen "Macken" und wenn man seine Wünsche und Erwartungen klar formuliert - und merkt, daß die menschen, denen man wichtig ist, gerade deshalb zu einem stehen.
Ich selber habe vor ein paar Monaten den absoluten Partner  gefunden, gerade WEIL ich so bin, wie ich bin. Hatte vorher ein paar sehr sehr unschöner Erlebnisse, weil ich aus lauter Angst, alleine zu sein oder beziehungsunfähig, mich für Andere verbogen habe - und trotzdem abserviert wurde.

Also nur Mut !

Solange Du deinem Freund wichtig bist und ihr über alles reden könnt, besteht noch jede Hoffnung, aber sonst.......dann bist Du besser ohne Freund & Familie dran, stattdessen wirst Du mit deinem wahren Ich neue Freunde finden !

Viel Glück !!

Rua

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Bimas
Juniormember
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Beiträge: 11


WWW
« Antworten #6 am: 28. Dezember 2004, 10:02:06 »

Hallo!
Danke erstmal an Euch allen, die mir geantwortet haben.... Und Ihr habt ja Recht: Wolfgang, wenn man über Weihnachten zu seiner Familie fährt, geht man doch davon aus, daß es schön wird, oder? Und Fran, LadyDabandi und Rua: Ja, ich habe schon eingesehen, daß man immer man selbst sein soll - Wollte damals unbedingt ein "Mann" werden, habe mich verstellt und Hobbys, die in irgendeiner Weise kindisch waren, aufgegeben.... Vor zwei jahren habe ich dann eingesehen, wer ich wirklich bin und habe sehr gut damit gelebt!!! Tja, nur Ihr habt auch Recht damit, daß ich meinen Freund noch zu sehr liebe! Ich denke, daß nun alles so kommen wird, wie es kommen soll, denn kämpfen will ich nicht mehr um ihn! Vielleicht wird er selbst irgendwann sehen, daß das alles nichts bringt - Allein schon, weil wir nicht über unsere Probleme reden können, weil der eine nicht versteht, was der andere sagen will! Es ist wirklich, als würden wir verschiedene Sprachen sprechen! Die Umstände, in denen wir uns kennengelernt haben, waren auch nicht so, wie sie eigentlich hätten sein sollen: Ich hatte damals schon Probleme mit meinem vorigen Partner, hatte ihn im Internet kennengelernt und war dann einfach zu ihm geflüchtet, wobei wir uns dann "kennenlernten" - Einen Monat später zog ich zu ihm, obwohl wir uns doch noch nicht kannten.... ich denke, daß man seinen Partner ganz anders kennen lernen muß - So wie er mich.... Na ja.... Schaun wa ma!
Gespeichert

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wolfgang  
Gast
« Antworten #7 am: 02. Januar 2005, 08:55:22 »

Hallo Bimas,
natürlich hast du grundsätzlich recht. Ich habe allerdings schon selbst Weihnachten erlebt, wo ich froh war wieder arbeiten gehen zu können.
Natürlich kommt es immer auf beide an.

Daneben waren die meisten Weihnachtsfeste natürlich schön und harmonisch. In meinen Augen kommt es immer darauf an, was vorher nicht ausgesprochen war. Oft kommt es dann an solchen Tagen zu Reibereien. Harmonie kann man nicht audiktieren, nur weil Weihnachten ist.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
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