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Autor Thema: Erwachsenes Kind aus alkoholkranker familie  (Gelesen 1811 mal)
enna79
Gast
« am: 30. Dezember 2004, 00:56:27 »

Hallo euch allen...

 ich schreibe heute, weil mir soviele gedanken im kopf rumschwirren.
ich habe gestern meinen vater besucht und mußte mit erschrecken feststellen, wie schlecht es ihm geht.
ich meine das er betrunken war, das bin ich gewohnt. und das er sich dadurch ziemlich gehen läßt. was für mich viel schlimmer war, daß er scheinbar überhaupt keinen lebenswillen mehr hat!
er sah so verletzlich aus, so verzweifelt.
es hat mir fast das herz rausgerissen vor schmerz, ihn so sehen zu müssen. das schlimme ist nur, daß alles was ich an möglichkeiten vorbringe von ihm ausgeschlagen werden.
für alles hat er einen grund, warum das nicht gehet.

es ist so schlimm für mich, mit ansehen zu müssen, wie er kaputt geht und so gar nichts tun zu können.
erst vor 6 monaten ist meine oma verstorben und 2 monate später hat sich meine tante totgesoffen.

ich würde ihm so sehr wünschen, dass er einen anderen weg geht, aber ich kann nichts tun.
obwohl er uns das leben früher zur hölle gemacht hat, zerbreche ich mir hier den kopf. aber das ist wohl typisch für EKA.

vielleicht hat ja jemand erfahrungen und kann mir einen tip geben, wie ich mcih verhalten sollte.

vielen dank an euch...
Alles liebe, enna
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Jumbo
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Beiträge: 118



« Antworten #1 am: 30. Dezember 2004, 13:44:37 »

Hi Enna  http://www.alkoholratgeber.de/Page10369/page10369.html Erst mal ein Link,der dir vieleicht hilfe geben kann.Auf diesen seiten findest du etwas zum Umgang Angehöriger mit alkoholkranken Familienmitgliedern.
Ich hatte selber in der Familie meiner Frau diesen Fall und wir haben versagt.Wir versuchten dem Angehörigen Sicherheit und Hilfe zu geben und haben mit Engelszungen geredet.Doch wie bei dir schloss sich immer wieder der Kreis.
Es ist schiere Hilflosigkeit,mit der man dem Problem gegenübertritt.Alles bedauern,mahnen,das ansprechen der Folgen und was man nicht alles versucht,ist zum scheitern verurteilt.Du wirst es nicht leicht haben,willst du helfen.Es ist nicht nur für den Angehörigen,sondern auch für dich ein sehr schwerer Weg.
Ich habe mich,leider zu spät kundig gemacht und persönlich mit einer betroffenen Ehefrau,der Mann wurde "trocken"unterhalten.Sie hat ihm klar gesagt,wenn er nicht zu den anonymen Alkohlikern gehe,müsse er sich von seiner Familie trennen.Die Möglichkeit hast du leider nicht.
Doch das ständige im Kreise drehen bringt dich nicht weiter,deshalb bittest du ja auch um Hilfe.
Nur du selber kannst den Punkt finden,an dem du angreifen kannst und dann musst du hart sein.Vieleicht hast du im Angehörigenkreis ja Unterstützung.
Ich kann dir nur wünschen,das du es schaffst,wie gesagt,wir hatten es mit Güte versucht und ich weiss inzwischen,das ist falsch.
Viel Glück
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Bimas
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« Antworten #2 am: 25. Januar 2005, 11:05:47 »

Hallo Enna!
Ist ja schon ne Weile her, daß du das geschrieben hast, und ich hoffe, daß inzwischen etwas gutes passiert ist oder ich Dir ansonsten mit dem helfen kann, was ich jetzt schreibe:
Ich war vor fast 4 Jahren in einer Entgiftung, hat 5 Wochen gedauert.... Aber es ist nicht zu glauben: Ich bin da richtig aufgeblüht! Die Leute dort waren alle füreinander da, da sie ja auch imselben Boot saßen.... Das war eine Sache, die mir bis dahin in meinem Leben gefehlt hatte! Da gab es auch die Ergo-Therapie, wo man neue Interessen entdeckt hat.... Damit man nach der Therapie weiß, wie man sich noch beschäftigen kann, ohne zu trinken! Vielleicht solltest Du Deinem Vater mal vorschlagen, daß zu machen (falls Du es nicht schon getan hast).... Es ist, wie ein Neuanfang.... Ich schätze, daß er auch gar nicht weiter trinken will, aber er kann eben nicht aufhören, das ist das Problem! Er hat Angst davor, daß sich sein Leben zum negativen hin verändert.... Also ich will ihm nichts unterstellen, aber ich kann Dir nur sagen, wie ich das empfunden habe! Er wird wie neu geboren sein, wenn er über dem schlimmsten Punkt in der Entgiftung hinweg ist!
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