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yon
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« am: 29. Januar 2005, 17:04:00 » |
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Wieso kann ich mich nie von anderen Menschen abgrenzen? Wieso schlägt das immer so voll durch, wenn mir jemand Vorwürfe macht? Wieso kann ich nicht einfach mal sagen "ist mir doch egal was der denkt"? Ich bin ja mehr bei anderen als bei mir selbst.
Aber nein, man muß es ja jedem Recht machen. Es muß ja jedem gefallen, was man denn tut und denkt und keine Ahnung.
ach ich weiß auch nich
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wolfgang
Gast
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« Antworten #1 am: 29. Januar 2005, 17:07:46 » |
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Hallo Yon, Menschen ohne gesundes Selbstwertgefühl müssen es jedem recht machen und dürfen nicht NEIN sagen, sonst besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr geliebt werden. Meinen diese Menschen.
Herzliche Grüße Wolfgang
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yon
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« Antworten #2 am: 29. Januar 2005, 17:11:43 » |
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Ja, genau das ist der Punkt!
Aber was ist ein Selbstwertgefühl? Mein "Selbst"wertgefühl basiert größtenteils auf anderen. Hofft von andern Dinge zu bekommen, die man dann so doch nicht bekommt und sich selbst die Schlinge um den Hals legt.
Was ist ein Selbstwertgefühl? Grüße Yon
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Fran
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« Antworten #3 am: 29. Januar 2005, 17:36:27 » |
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Hi, Yon Selbstwertgefühl...? ich denke..... man sollte sich selbst so anzunehmen wie man ist, mit allen Fehlern und Schwächen. Nein sagen zu können, aber ne Erklärung dazu liefern, warum man nein sagt, das sollten dann richtige Freunde verstehn. Und was für mich ganz wichtig ist: Sich selbst nicht verraten, und seine Ziele verfolgen, natürlich ohne jemanden vorsätzlich wehzutun.(gelingt mir auch nich immer, aber ich arbeite daran.  ) Jaap, das ist das was ich denke, natürlich bekommt man immer mal eine auf die Mütze....aber ich denke, das ist das Leben, und wir sollten versuchen damit umzugehn, und uns den Schuh nich immer überstülpen...der passt oftmals garnicht...nur müssen wir das auch erkennen...... Ich schick dir liebe Grüsse und halt die Ohren steif...Fran... 
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Tahina
Gast
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« Antworten #4 am: 31. Januar 2005, 23:01:34 » |
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Hallo Yon, Du fragst, was Selbstwertgefühl ist. Leider kann ich Dir auch keine schlüssige Antwort darauf geben, weil ich diesem selbst noch auf der Spur bin. Vielleicht interessiert Dich aber, was meine Gedanken dazu sind.
Was ich aus Teilen der bisherigen Beiträge herausgelesen habe ist, dass mangelnde Abgrenzung = mangelndes Selbstwertgefühl bedeutet. "Abgrenzung lernen" hat also irgendetwas mit der Erlangung von Selbstwertgefühl zu tun haben. Für mich steht deshalb die Frage im Raum, was ist einerseits der Grund für mangelnde Abgrenzung/mangelndes Selbstwertgefühl und was ist andererseits das Hindernis, davon loszulassen von diesem "Fehlverhalten". Meines Erachtens nach geht es also nicht nur darum, ein Selbstwertgefühl aufzubauen, sondern auch ein bisher erlerntes Verhalten, nämlich das Beibehalten dieses Zustandes des mangelnden Selbstwertgefühls, abzubauen. In meinem laienhaften Denken erkläre ich mir den Hintergrund der Problematik "mangelnde Abgrenzung/mangelndes Selbstwertgefühl" so, dass sich zum einen mangels festem Rückhalt der entsprechenden Bezugsperson ("bedingungslose Liebe", d.h. das implizite Vermitteln: Du bist gut so, wie Du bist) kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln konnte. Zum anderen hat sich dieser Mangel an Selbstwertgefühl deshalb so ausgeprägt und fortgesetzt, weil er sich wunderbar in die familären Verhältnisse und Strukturen eingefügt hat. D.h., das die Entwicklung eines ungesunden Selbstwertgefühls notwendig war, um die Familie im "Fluss" zu halten. Für die jeweiligen Elternteile hätte ein gesundes Selbstwertgefühl eine massive Bedrohung bedeutet, da sie selbst ein Mangel an Abgrenzung/Selbstwertgefühl in sich trugen. Sie hätten sich im Versuch des Kindes, sich gesund zu entwickeln, auf beängstigende Weise von diesem Kind "verlassen" gefühlt und sich daher mit der eigenen Situation auseinandersetzen müssen (dazu ist nicht jeder bereit und manchmal gibt es auch Zeiten, in denen gar keine Kraft und Zeit da ist für eine solche Entwicklungsarbeit"). Jedenfalls bedeutet in einem solchen Elternhaus: Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls ist ein Abweichen von der bestehenden Norm/den bestehenden Spielregeln in der Familie und wird sogar sanktioniert. So wird das ungesunde Selbstwertgefühl systematisch (wenn auch unbewusst) trainiert. Und das heißt letztlich: Aus "Liebe zu den Eltern" erlernt ein Kind ein "Fehlverhalten"! Und das gilt es zu ändern. Leider ist das mit dem Lernen von Selbstwertgefühl nicht alleine mit theoretischer Auseinandersetzung getan, sondern es müssen auch viele Emotionen nochmals durchlebt und "neu sortiert" werden. Das ist für mich das Schwierigste daran, zumal man der Aussenwelt ja nur sehr bedingt sagen kann: Du ich üb' grade Abgrenzung und Selbstwertgefühl, ist das o.k. für Dich?
Yon, hoffentlich sind meine "Theorien" nicht zu trocken geraten! Bitte gib mir ggf. ein Feedback.
Liebe Grüße, Tahina
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Intergalactic
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« Antworten #5 am: 01. Februar 2005, 00:20:08 » |
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Ich finde das interessant, dass ganze in Bezug zu den Eltern bzw dem Familienleben zu sehen. So habe ich das noch gar nicht betrachtet. Klar kann man kein gutes Selbstwertgefühl entwickeln, wenn man den Eltern nie wiederspricht und alles für die Famlie tut und dabei sich selbst unterdrückt. Eine eigentlich lobenswerte Einstellung scheint somit der persönlichen Entwicklung zu schaden. Doch das Selbstwertgefühl ist auch schwer aufzubauen wenn man erstmal keins hat. Eine negative Bermerkung und der mühsam aufgebaute Kartenturm fällt in sich zusammen. Ich finde es ist erstmal am wichtigsten seine ganzen Fehler und Schattenseiten zu entdecken, viele hat man verdrängt, bzw werden ständig vom Verstand unterdrückt. Wenn man diese Schattenseiten entdeckt muss man mit ihnen arbeiten, auch wenn das äußerst unangenehm ist und dann integrieren. Das was ich gelernt habe ist, dass was du schon verarbeitet hast, bzw dich nicht mehr berührt kann dich auch nicht in Gesprächen mit anderen kränken, du bist darüber hinweg. Auch ein Tip ist sich nicht auf materielles und Äußerlichkeiten zu definieren. Diese Dinge machen dich schwach und verwundbar. Sich abzugrenzen bringt nicht, da bin ich mir sicher. Das Leben fordert einen immer wieder in Situationen wo man Menschen begegnet und das gehört auch zum Leben dazu, Leben bedeutet auch Austausch. Man sollte lieber froh sein, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist, dass sie einem zeigen welche Schattenseiten bzw Probleme die eigene Persönlichkeit noch hat. Andere Menschen sind wie Spiegel, die uns oft auch die unangenehmen Dinge zeigen, die wir nicht wahrhaben wollen. Fliehen hilft nichts. Den Weisen leitet das Schicksal dorthin, wo es hinwill, die anderen werden dorthin gezerrt. Man muss sich klarmachen, dass abgrenzen der falsche Weg ist, es macht das Ganze nur schlimmer und schwieriger. Selbstwertgefühl aufzubauen ist natürlich besonders schwierig in solchen Situationen. Menschen wie wir sind mit dem Denken nicht in sich selbst sondern ständig bei anderen. Sie denken tausend Sachen, wie sie dem anderen Gefallen könnten, was passieren würde wenn sie das sagen...etc. Häufig geschieht dies auch unbewusst, so dass wir nur unsere Unkonzentriertheit bzw unsere Träumerei bemerken. Man sollte auch lernen seine Gefühle mitzuteilen bzw zeigen zu können. Aber alles leichter gesagt als getan
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Alue
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« Antworten #6 am: 01. Februar 2005, 18:50:41 » |
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Hallo Intergalactic,
ich finde nicht, dass es lobenswert ist, den Eltern niemals zu widersprechen. Es kommt doch wohl sehr darauf an, um was für Situationen es sich handelt. Ich selbst bin auch so ein Typ, der immer nur 'ja und amen' gesagt hat (bzw. immer noch sagt). Es geht ja nicht nur um Vorschriften, die Eltern einem machen. Soweit kommt es schon fast gar nicht. Ich war immer so lieb und brav, dass ich nicht mal Ärger bekommen habe, es kaum nötig war, mir zu sagen, was ich zu tun und zu lassen habe. Diese Art von 'Nicht-Widersprechen', die krank macht, ist einfach total überzogen und sehr extrem.
Und Abgrenzen bedeutet übrigens nicht, sich abzuschotten. Klar, das ist nicht gut, der Kontakt zu anderen Menschen ist wichtig. Abgrenzen bedeutet, seine eigene Meinung zu behalten, bestimmte Dinge für sich selbst zu definieren, die man auch beibehält. Man definiert seinen eigenen Bereich - und da darf einfach keiner rein. Das bedeutet also unter Umständen auch, jemanden anders 'in die Schranken zu weisen', damit er nicht zu nahe kommt. Sich abgrenzen heißt aber auch, sich Dinge, die einen runterziehen können, nicht zu sehr einzuverleiben. Bei mir ist es oft so, dass ich nach dem 'Ganz-oder-Gar-Nicht-Prinzip' handle. D.h., entweder blocke ich total von vornherein ab oder ich lasse jemanden so nah an mich heran, dass ich mich damit auch nicht wohlfühle. Sich abgrenzen zu lernen bedeutet, hier einen gesunden Mittelweg zu finden.
Sich abzugrenzen ist enorm wichtig!
Gruß Alue
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert." Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
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yon
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« Antworten #7 am: 03. Februar 2005, 17:20:39 » |
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Hallo Tahina, hallo Fran, hallo Intergalactic, hallo Alue,
ui, interessant, was ihr schreibt. Wo fange ich denn jetzt an? *ganzdurcheinander*
Was meine ich mit abgrenzen? Zum einen bezieht es sich auf das "nein" sagen, das man sich wehrt, seine Meinung sagt, sich nicht alles gefallen läßt/sich nicht bloß anpasst. Der vielleicht wichtigere Punkt ist, wie soll ich sagen? Man selbst sein? Ich fühle mich häufig nicht wohl unter Menschen, oder um es umgekehrt zu formulieren: es kommt mir häufig so vor, als bin ich nur dann ich selbst, kann nur dann ich selbst sein, wenn ich alleine in meinem Zimmer bin. Hier lasse ich auch voll ungern irgendwelche Leute rein, nein, diesen letzten Bereich weiß ich zu verteidigen... Ich erlebe es so häufig, daß es andere uninteressant finden, wenn es einem nicht gut geht. Zumindest glaube ich das. Ich kann mich so nicht abgrenzen, ich bin dann nicht wirklich ich selbst, ich passe mich meinem Gegenüber an. Wenn ich an früher denke, oje... Kann mich noch gut erinnern, wie ich zu ein paar Leuten hingehe, mich dazusetzt, und mich dann genau deren Stimmung anpasse. Wenn sie lustig waren, war ich auch lustig. Wenn sie ruhiger waren, war ich das auch. und irgendwie war ich es doch nicht.
Ich kanns auch nicht haben, kritisiert zu werden. Auch bei Leuten, die mir eigentlich völlig egal sein könnten, mit denen ich mich nichtmal unterhalten hab' oder so.
Aber ich mach' jetzt mal Schluß, sonst wird das noch ewig lang.
@Fran: "annehmen mit allen Fehlern und Schwächen" Ich würde sagen, ich kritisiere mich oft. Das geht teilweise so weit, ein Beispiel: Es kommt mir jemand entgegen, ich habe keine Lust mich zu unterhalten, sage kurz hallo, die andere Person ist aber sehr freundlich. Dann fängt es an in meinem Kopf, wieso ich so vies/unfreundlich zu der Person bin undsoweiterundsofort Bin ich das nächste Mal freundlich, grüßt mich jemand "normal" = nicht so freundlich, bin ich voll getroffen und das fängt wieder an, auch so ein Hass kommt da auf, wieso ich das für denjennigen mache und bla.
@Tahina, traurig, was Du da schreibst. Da wundert es nicht, wenn man so ist, wie man ist. Bei mir hat das andere Gründe, auch von früher her, die Leute um mich waren wohl nicht das beste für mich. Was mich daran hindert, loszulassen? Zum einen die Akzeptanz, das es nunmal nicht so schnell geht. Will ich es schnell, endet das meist in einem ziemlichen Chaos, dann geht es mir nur noch schlechter als jetzt und ich muß sowas wie "zu dem Punkt, wo ich noch alles im Überblick hatte, zurück". Ich finde auch, daß ich dann Verhaltensweisen annehmen, wo ich zwar "frei" bin, ich mache, was ich machen möchte, unabhängig was andere denken. Andererseits komme ich da nur so auch nicht weiter, irgendwann meldet sich mein selbst wieder, daß eigentlich super Angst hat, und das möchte ich auf meinem Weg schon noch mitnehmen. Auch wenn es nicht einfach ist. :-)
Vergangenheit neu durchleben: Das ist bei mir auch so. Vieles, was ich jetzt als Schmerz empfinde, sehe ich häufig, das es eigentlich Erinnerungen an altes sind, die da hochkommen. Es ist ein relativ neuer Punkt, aber ich beginne zu verstehen, wenn ich das hinter mich gebracht habe, könnte ich mit vielen Situationen ganz anders umgehen. Wieso denn auch nicht?
Wie denkst Du darüber?
oh, es ist jetzt grad doch ein Bißchen viel für mich. Alue, Intergalactic, ich schreibe nochmal später was zu euch, ist das ok?
Schöne Grüße Yon
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Alue
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« Antworten #8 am: 03. Februar 2005, 18:35:04 » |
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Na klar, Yon :-)
Kann aber gleich noch dazu sagen, dass es mir ähnlich geht mit dem *Ich-selbst-Sein*. Ich bin auch nur ich selbst, wenn ich alleine für mich bin. Dabei ist das wirklich extrem wichtig, man selbst auch in Gegenwart anderer Menschen zu bleiben...
Gruß Alue
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert." Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
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sharon
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« Antworten #9 am: 03. Februar 2005, 19:32:28 » |
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hallo,
für mich stimmt das mit tahinas these, ich durfte mich auch nicht von meiner mutter trennen, weil sie sich sonst verlassen fühlte, dann einzelkind, und der vater depressiv und nicht vorhanden.
habe bis heute ein ganz schlechtes gewissen dafür, dass ich mich eins tück von ihr entfernt habe.
kann mich oberflächlich heute einigermassen abgrenzen in alltagskontakten, aber bei meinen kindern, ist das wieder ein sehr grosses problem.
ganz gut komm auch noch klar, wenn sie sich selbst abgrenzen und schritte tun, wie meine ältere tochter seit sie teilweise bei ihrem freund wohnt, und es ihr dabei ja gut geht.
die schlimmste situation ist für mich, wenn es z.b. meinem zweiten sohn schlecht geht, da kann ich mich nicht von seinem leiden abgrenzen und würde es gern selbst tragen. das läuft auf tiefster ebene, kann ich bis heute kaum handeln.
alles wissen nützt nichts dann, als könnte ich mir nicht die erlaubnis zum leben geben, wenn er leidet. kann mich nur zwingen dann, weiterzumachen.
ob man diese tiefen knoten auflösen kann???
sharon
ganz übel wird es , wenn es einem schlecht geht,
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ich kenne das helle ich kenne das dunkle
die sehnsucht schweigt
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astralbaer
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Beiträge: 97
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« Antworten #10 am: 03. Februar 2005, 21:04:07 » |
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Hallo Yon, das mit dem Selbstwertgefühl und sich abgrenzen mußte ich auch erst wieder lernen. Und hier mußt Du bei Dir ganz tief beginnen. Versuche jetzt einfach mal nur an Dich zu denken.....das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist das Grundprinzip, seine ureigenen Bedürfnisse kennenzulernen; sich selbst kennenzulernen und zu verstehen. Oft geht man "nur" auf andere ein und macht alles, damit diese zufrieden sind und man selbst ja nicht "aneckt". Das eigene Wohl und die eigenen Gefühle stehen dann im Hintergrund, zählen nicht. Das geht so weit, das sich in manchen Situationen sogar eine gewisse Wut anstaut, die einen scheinbar lähmt, irgendwas zu tun oder zu sagen..... Diese angestauten Gefühle und Situationen schlagen sich auf die Psyche und auf den Körper.....Folge sind oft Depressionen, sogar Angst- und Panikattacken....wie bei mir..... Geholfen hat mir neben der Therapie auch das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind". Hier erfährt man sehr viel über sein wahres Ich, die Zusammenhänge und vieles mehr......manches ist sehr erschreckend. Vor allem, wenn man die Wahrheit über sich selbst und sein bisheriges Leben erkennt..... Wichtig ist, das Du Dich niemals aufgibst und an Dir arbeitest. Nicht für die anderen, sondern für Dich.....das hab ich auch mittlerweile begriffen und sehr viel gelernt. Bin jetzt auch in der Lage mich von verschiedenen Situationen abgrenzen zu können. Nehme vieles nicht mehr so tragisch und durchdenke vieles bewußter. Von anderen lasse ich mich verbal nicht mehr verletzen, egal in welcher Form. Habe gelernt den Mund aufzumachen und mich zu wehren......höflich, aber bestimmt.....  Das kannst Du auch.....  LG Astralbaer
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Das was wir heute sind, folgt aus den Gedanken, die wir gestern pflegten und unser gegenwärtiges Denken baut unser Leben, wie es morgen ist. (Buddha)
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Tahina
Gast
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« Antworten #11 am: 07. Februar 2005, 17:55:37 » |
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Hallo Yon, wie geht es Dir? Du fragtest, wie ich darüber denke ("Vieles, was ich jetzt als Schmerz empfinde... eigentlich Erinnerungen an Altes", "...wenn ich das hinter mich gebracht habe, könnte ich mit vielen Situationen ganz anders umgehen)? Möchte mich dem anschließen; es sind neue Verhaltensmuster, die wir uns aneignen können - vorausgesetzt, wir überwinden alte "Fehlläufer" (und Schmerzen), die uns (eher) ins Unglück getrieben haben. Das schwierige ist - empfinde ich zumindest - dass man ein Stück weit konsequent dabei bleiben muß, "aufzuräumen". Und leider passiert es da manchmal, dass man in bestimmten Phasen regelrecht überschwemmt+überfordert wird mit neuem "Input". Mit "Input" meine ich neue Erkenntnisse über "Fehlläufer", die aus der Vergangenheit herrühren, und gleichtzeitig aber auch "Fehlläufer", die aus noch nicht geglückten Änderungsversuchen, also aus dem Jetzt, resultierten. Man arbeitet und arbeitet und arbeitet und arbeitet.... und prompt geht wieder etwas schief.... grrrr! Meine bisherigen Erfahrungen mit dieser Art Aufarbeitung sind recht gut. Wenn ich mein letztes Jahr resümiere, stelle ich eindeutig fest, dass ich viel neu dazugelernt habe - in doppeltem Sinne. Mir sind alte "Fehlverhalten" klarer geworden (viel Schmerz verarbeitet, verziehen, verstanden, manches abgehakt) und neues Verhalten ist schon geübt. Und gelungen ist das auch deshalb, weil ich einigermaßen festen Boden unter den Füssen hatte (wie Du so schön sagst: "..irgendwann meldet sich mein selbst wieder.....und das möchte ich auf meinem Weg schon noch mitnehmen." :-).
Dieser Weg wird bei mir weitergehen. Wer weiß, vielleicht ist irgendwann der Punkt erreicht, dass diese "Arbeit" in Fleisch und Blut übergegangen ist und ich mich neuen "Entwicklungsarbeiten" widmen kann! Aber Geduld! :-)
Liebe Grüße, Tahina
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yon
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« Antworten #12 am: 09. Februar 2005, 21:13:43 » |
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Hallo zusammen,
sorry, ich habe ein paar Tage gebraucht. Schwieriges Thema, fällt mir schwer darüber zu sprechen. Ich sehe so alltäglich die Diskrepanz, und ich hätte es doch soooo gerne anders. Wieso macht man sich selbst so fertig, wieso wieso?
Hallo Intergalactic, Deine Beschreibung mit dem Kartenhaus, das dann immer wieder zusammenfällt, finde ich ziemlich passend. So ähnlich geht es mir, wenn ich raus gehe. Bißchen zumindest. Kann hier mein Selbst entwickeln, aber was bringt mir das, wenn ich das nur allein kann? Und wie soll ich das umgekehrt bei anderen, wenn es mir so schon so schwer fällt? Du schreibst was über Schattenseiten und Fehler, die man sich bewußt machen soll und an ihnen arbeiten. Ich verstehe was Du meinst, und es ist auch wichtig. Die Frage die ich habe ist: Ist das umgekehrt nicht genau unser (mein) Problem, nur diese "Fehler" zu sehen? Das klingt irgendwie so, als sei man falsch und "verdiene" das was man jetzt hat. Irgendwie denke ich ja auch so, ich muß was anders machen, so wie es ist ist es offenbar nicht richtig - aber sollte ich nicht genau das Gegenteil machen? Zu meinen Vorstellungen stehen? Ich habe immer Angst, daß das ganze dann umklappt und ich zu einer dieser Personen werde, die ich doch so sehr verachte, denen es so völlig egal ist was sie machen. Hm.
Hallo Alue, jetzt aber* Das was Du beschreibst kenne ich auch. Ging mir grad erst neulich wieder so, hab' jemanden kennengelernt, und - wollte mehr, Nähe, wie auch immer man das beschreiben soll. Und irgendwann komme ich dann zu dem Punkt, wo das ganze so umschlägt, ich die Person ablehne. Ja, ich bin wohl manchmal etwas schwarz-weiß. Mir war das bewußt in diesem Moment, und ich habe versucht, mich zurückzuhalten. Aber irgendwie ging das nun auch nicht. Kam mir vor, als enge ich mich selbst total ein. Habe es dann "geschehen lassen", das hat sich trotzdem noch irgendwie besser angefühlt als das andere. Eine Frage: Wie bleibst Du bei anderen Du selbst oder wie lernst Du das?
Hallo Sharon, vieles was Du beschreibst kann ich für mich stehenlassen. Ich kann mich am wenigsten, wenn denn überhaupt, von Leuten abgrenzen die mir nahe stehen oder zu denen ich sonst eine Beziehung habe. Traue mich auch häufig nicht, Dinge zu tun, wenn ich weiß daß die das nicht gutfinden oder gutfinden könnten. Besonders schlimm ist es bei welchen, die selbst nicht "nein" sagen können. Ist bei mir genauso.
Oh, man, ich finde das gerade sehr produktiv, das von euch zu hören. Denkt immer, daß man damit so ziemlich alleine dasteht, umgeben von Selbstbewußten. Schreibe das nächste mal weiter, fällt mir sehr schwer darüber zu reden.
Grüße Yon
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