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Koffein-Entzug ist eine Krankheit

Geschrieben von AMaria am Montag, 11. Oktober 2004
Aktuelle News BALTIMORE. US-Wissenschaftler sehen nach einer Studie Psychopharmacology Kaffee als Droge an und wenn der Nachschub unterbrochen sei, drohten Entzugssymptomen, denen vonseiten der Medizin viel zu wenig Beachtung geschenkt werde.
Laura Juliano von der American University in Washington und Roland Griffiths von der Johns Hopkins Universität in Baltimore fordern, dass das Koffeinentzugssyndrom in die nächste Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders DSM aufgenommen wird, der ?Bibel für mentale Erkrankungen?, wie es heißt. Zudem sollte der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) eine Ziffer für die Erkrankung reserviert werden. Koffein sei das weltweit am häufigsten konsumierte Stimulans. Da die Droge billig und die Beschaffung nicht kriminalisiert ist, könnten die meisten Menschen den Blutspiegel einigermaßen konstant halten und so Entzugssymptome vermeiden. Doch wenn der Nachschub einmal ausbleibe, dann droht nach Einschätzung der US-Forscher den meisten Koffein-Konsumenten ein ?kalter Entzug?. Dies sei lange bekannt. Schon seit mehr als 170 Jahren beschäftige sich die Forschung mit dem Thema, doch noch immer gebe es keine diagnostischen Kriterien, mit deren Hilfe die Ärzte das Syndrom erkennen könnten, wenn es bei ihren Patienten oder bei ihnen selbst auftritt. Um für Klarheit zu sorgen, haben Juliano und Griffiths die Ergebnisse von insgesamt 57 experimentellen Studien und neun Umfragen ausgewertet. In ihnen werden nicht weniger als 49 unterschiedliche Entzugssymptome genannt, von denen allerdings nur zehn die Validitätskriterien der Autoren erfüllten. Dies waren: Kopfschmerzen, Erschöpfung, Energieverlust, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und das Gefühl keine klaren Gedanken fassen zu können. Hinzu kämen bei einigen Menschen noch grippe-ähnliche Symptome, ja sogar Übelkeit und Erbrechen und Muskelschmerzen/-steifheit seien möglich. Am häufigsten sei jedoch der Kopfschmerz, der in experimentellen Studien bei 50 Prozent der Kaffeetrinker durch den Entzug ausgelöst werde. Bei 13 Prozent der Abstinenzler komme es zu signifikanten Beschwerden oder einer funktionellen Einschränkung. Typischerweise würden die Symptome zwölf bis 24 Stunden nach der letzten Tasse Kaffee auftreten. Nach 20 bis 51 Stunden werde das Symptommaximum erreicht. Die Gesamtdauer des Entzugs geben Juliano und Griffiths mit zwei bis neun Tage an. Die Intensität der Symptome sei abhängig von der vorher konsumierten Menge Kaffee. Aber bereits eine Dosis von 100 Milligramm pro Tag, entsprechend einer kleinen Tasse Kaffee, könne nach der Abstinenz zu Symptomen führen. Die Zufriedenheit, die viele Menschen nach der ersten Tasse Kaffee am Morgen empfinden, ist in den Augen der Forscher nichts anderes als eine Substitutionstherapie zur Vermeidung der Entzugssymptome, zu denen es aufgrund der nächtlichen Abstinenz komme./rme www.aerzteblatt.de 1. Oktober 2004

Koffein-Entzug ist eine Krankheit

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